ALLIANZEN Die unsichtbaren Kräfte der Stadt

02/2026

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ALLIANZEN Die unsichtbaren Kräfte der Stadt

02/2026

Sie kennen es vielleicht auch: Manchmal gibt es Dinge, dir wir erst dann bemerken, wenn sie nicht mehr funktionieren. Die kaputte Lampe; die kalt bleibende Heizung; das WLAN, das sich nicht verbindet – führen Sie die Liste gern beliebig fort. In diesen Momenten wird sichtbar, was für uns sonst in Verborgenen bleibt: die Systeme, die unsere Städte täglich am Laufen halten.

In der Regel nehmen wir die besondere Architektur bestimmter Gebäude wahr, oder die ausgeklügelte Grüngestaltung von Plätzen, Straßen und Quartieren. Wir hören Straßentrubel und Baulärm, reichen unterschiedlichste Gerüche und diskutieren über Quadratmeter und Nutzungsmischungen. All das planen, bauen und entwickeln wir. Und ja, all das ist Stadt, aber eben nur ein Teil von ihr. Unter, über und zwischen diesen sichtbaren Strukturen tun sich noch ganz andere Geschichten auf; nämlich die über Leitungen und Netze, Energie- und Datenströme, Mobilität und Logistik und auch solche, die sich mit Finanzierungsmodellen und bestimmten Abhängigkeiten beschäftigen. Auch diese Geschichten verbinden Orte miteinander, verschieben Kräfte und tragen maßgeblich dazu bei, wie gut eine Stadt funktioniert. Siehe oben: Oft bemerken wir sie erst dann, wenn sie fehlen oder nicht mehr funktionieren.

Insofern: Höchste Zeit, genauer hinzusehen! Erst recht, weil wir in einer immer komplexer werdenden Welt leben. Für unsere Städte bedeutet das: je vielseitiger sie werden, desto wichtiger wird das, was sie miteinander verbindet. Eine Stadt ist nicht nur die Summe ihrer Gebäude, sondern ein dynamisches Gefüge aus Beziehungen, Strömen und Infrastrukturen. Und sie lebt von Allianzen, die diese Verbindungen möglich machen: kommunale Akteur:innen, Politiker:innen, Entscheider aus Wirtschaft, Technologie und Energie, aus Architektur und Stadtplanung und letztlich den Menschen, die in einer Stadt leben und sie täglich erleben.

Werden wir uns dieser Allianzen bewusst, verändert sich auch unser Blick auf Stadtentwicklung: Mit der Planung eines Gebäudes verändern wir nicht nur einen Ort. Wir greifen in Netze ein, erzeugen Energie- und Verkehrsströme, verändern so die Nachfrage, schaffen neue Abhängigkeiten und eröffnen neue Möglichkeiten. Jede Entwicklung wirkt viel weiter, als ihre Grundstücksgrenzen vermuten lassen. Infolgedessen müssen wir uns immer die Frage stellen: Was bringt eine bestimmte Entscheidung alles in Bewegung?

Welche Infrastruktur braucht eine Stadt, damit sie langfristig funktioniert? Woher kommt die Energie? Wie fließen Daten-, Waren- und auch Menschenströme? Welche Netze sind robust genug – auch für etwaige Veränderungen? Wie souverän ist eine Kommune in der Verwaltung all dieser Themen? Und wie entsteht aus technischer Infrastruktur auch gesellschaftlicher Mehrwert? Ich bin mir sicher: Eine Stadt, die wortwörtlich „unterirdisch gut“ aufgestellt ist, kann auch über der Erde vieles besser möglich machen. Eine leistungsfähige Energie- und Dateninfrastruktur schafft z. B. größere Handlungsspielräume. Verlässliche Systeme schaffen Vertrauen, und gute Verbindungen sorgen für Flexibilität. Außerdem entsteht dort, wo Dinge gut funktionieren immer etwas, das sich schwer messen lässt: Lebensqualität.

Ich möchte Sie daher einladen, unsere Perspektive auf Stadt zu weiten und Stadt fortan vollständiger zu betrachten. Lassen Sie mich außerdem die These aufstellen, dass diese „unsichtbare Stücke Stadt“ in den kommenden Jahren zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden könnten. Denn je besser eine Stadt ihre Systeme versteht, desto flexibler kann sie auf Veränderungen reagieren. Und je harmonischer diese Systeme zusammenspielen, desto mehr kann eine Stadt ermöglichen. Insofern beginnt für mich die zukunftsfähige Stadt dort, wo unsere Aufmerksamkeit bislang geendet hat. Neuer Fokus bitte!

Inhalt

ALLIANZEN

Seite 3

EDITORIAL

Seite 6

TRACK Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

STADTENTWICKLUNG AUF EINEM NEUEN LEVEL

Infrastruktur ist ein zentraler Baustein von Städten und für das urbane Leben unverzichtbar. Wie viel Potenzial diese Symbiose in puncto Stadtentwicklung hat, lässt sich in den kommenden Jahren im kanadischen Toronto beobachten. Mit dem Projekt Toronto Rail Yards verbindet die Stadt Designexpertise, Ingenieurwesen und Planung, um das Potenzial ungenutzter Luftrechte zu nutzen: Geplant ist ein zukunftsweisendes Stück Stadt über einem bedeutenden Abschnitt der Eisenbahninfrastruktur.

Seite 8

TRANSFORM

NEUES LEBEN FÜR HISTORISCHES DEPOT

Rom verwandelt ein fast 20 Jahre stillgelegtes Straßenbahn- und Busdepot in einen lebendigen Treffpunkt für Kultur, Bildung, Arbeit und Freizeit. Herzstück des Projekts von Stefano Boeri Architetti ist ein großer Dachgarten, der Natur, Kunst und spektakuläre Ausblicke über die Stadt miteinander verbindet.

Seite 10

ECHO Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

MUSIK UND KULTUR FÜR MEHR WIRKSAMKEIT IN ČEPIN

Im landwirtschaftlich geprägten Slawonien verwirklicht die Bjarke Ingels Group gemeinsam mit dem Agrarkonzern Žito Group die Idee für einen musikalischen Ort besonderer Art. Die EVE Music Hall in Čepin wird zum Leuchtturm für Kultur im Osten Kroatiens und lenkt die internationale Aufmerksamkeit auf das künstlerische Potenzial, das in der Region seit Jahrhunderten schlummert.

NEWS

Seite 12

ALLIANZEN

GRUNDSATZ

Seite 14

DIE UNSICHTBARE ENERGIEWENDE IN STÄDTEN Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

Grundsatzbeitrag von Dr. Severin Beucker

In den Städten vollzieht sich derzeit eine kaum sichtbare Digitalisierung der Energienetze und des Energiesystems. Grund dafür ist, dass die Energiewende in Deutschland in eine neue Phase tritt. Während in den letzten zwei Jahrzehnten ein starker Fokus auf dem Ausbau erneuerbarer Energien lag, ist mittlerweile zu einigen Tages- und Jahreszeiten so viel erneuerbarer Strom verfügbar, dass er nicht genutzt werden kann.

ALLIANZEN

Seite 16

NICHT WARTEN. MACHEN! Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

WARUM STÄDTE NICHT ALLES WISSEN MÜSSEN, UM ZUKUNFT ZU GESTALTEN

Im Gespräch mit Claus Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau

„Die Menschen (hier) wissen, dass Industrie, Wohlstand und Wohlfahrt zusammenhängen und dass wirtschaftliche Entwicklung auch einen Preis hat. Daraus entsteht eine größere Bereitschaft, bestimmte Belastungen und Kompromisse auszuhalten.“

Seite 22

NEUES MICROSOFT RECHENZENTRUM IN GREVENBROICH

DAS RHEINISCHE REVIER WÄCHST ZUR CLOUD- UND KI-REGION

Mit dem geplanten Rechenzentrum in Grevenbroich plant Microsoft seine Präsenz im Rheinischen Revier auszubauen. Mit dieser Entscheidung reagiert das US-Unternehmen auf die stetig steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten und Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Wo also ehemals Braunkohle abgebaut wurde, entsteht nun eine der modernsten KI-Regionen in Europa.

Seite 26

DRITTE DIMENSION Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

DER UNTERGRUND ALS ZUKUNFTSRAUM DER STADTENTWICKLUNG

Wenn der Raum oben knapp wird – dichter und höher keine darstellbaren Optionen mehr sind – bleibt nur noch der Blick unter die Erde. Metropolen wie Helsinki, Montreal und Singapur begreifen den Untegrund bereits seit einigen Jahren als eigenständige Planungsebene. Wäre ein Underground Masterplan auch in Deutschland denkbar? Liegt die Zukunft der europäischen Stadt unter der Erde?

Seite 31

TIEFE PERSPEKTIVEN

ÜBER DIE TECHNISCHEN MÖGLICHKEITEN DES TUNNELBAUS STADT ALS GESAMTSYSTEM ZU BEGREIFEN

Im Gespräch mit Thomas Fiest, Geschäftsführer der Implenia Civil Engineering GmbH und Head Tunnelling Germany & Austria

„Ich glaube, dass wir die technischen Funktionen einer Stadt konsequent nach unten verlagern werden. Wenn uns das gelingt, gewinnen wir oberirdisch Flächen zurück, die wir heute für Straßen, Verkehr oder technische Infrastruktur benötigen. Genau dort entsteht dann die eigentliche Lebensqualität.“

MEINUNG

Seite 36

INFRASTRUKTUR – UNSER GEQUÄLTES LIEBLINGSKIND Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

DEUTSCHLANDS INFRASTRUKTUR NERVT. IHR MIESER ZUSTAND IST FÜR DAS LAND EIN ECHTES IDENTITÄTSPROBLEM. ABER GENAU HIER LIEGT EINE CHANCE

Meinungsbeitrag von Alexander Gutzmer

Reden wir nicht drumherum: Deutschlands Infrastruktur ist in einem Zustand, der wehtut. Das aktuelle KfW-Kommunalpanel beziffert den wahrgenommenen Investitionsrückstand der Kommunen auf 231,2 Milliarden Euro – ein Plus von rund sieben Prozent innerhalb eines Jahres. Und es geht längst nicht mehr nur um schicke Neubauten, sondern ums Überleben des Bestands.

BLACK BOX

Seite 38

STÄDTCHEN WECHSEL DICH Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

VON EINSIEDLERKREBSEN UND STAATSGRENZEN

Was haben Einsiedlerkrebse und Staatsgrenzen gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Künstlerin Aki Inomata sieht das anders. Sie hat eine Verbindung gefunden und diese sichtbar gemacht. Das Ergebnis sind künstlich geschaffene, bewohnbare Schneckenhäuser in Form berühmter Stadtansichten, die im Zeichen eines „Becoming-With“ stehen.

ZIA

Seite 40

NETZE, QUARTIERE, ZUKUNFT

WARUM DIE ENERGIE- UND WÄRMEWENDE NUR ALS RAUMFRAGE GELINGEN KANN

Gastbeitrag von Iris Schöberl

Die Energie- und Wärmewende wird häufig als technologische Aufgabe einzelner Gebäude oder Anlagen beschrieben: Sie müssen saniert oder mit grünen Technologien ausgestattet werden. Das greift zu kurz. Entscheidend sind auch Bausubstanz, Infrastruktur und Finanzierung. Gelingen kann die Transformation nur, wenn die gebäudeindividuelle Sicht durch Quartiersbetrachtungen ergänzt und Netze vorausschauend ausgebaut werden. Kommunale Wärmeplanung, Stromnetze, Gebäude und Quartiere müssen als System verstanden werden. Die Zukunftsaufgabe lautet daher nicht allein „Dekarbonisierung“, sondern die intelligente Verknüpfung von Raum-, Infrastruktur- und Investitionsplanung.

RECHT

Seite 42

DEN GEBÄUDETYP E RECHTLICH MÖGLICH MACHEN Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

EINE ABRECHNUNG MIT DEN ANERKANNTEN REGELN DER TECHNIK

Rechtsbeitrag von Dr. Thomas Spiegels

Der Gebäudetyp E kommt. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht ihn vor und die Gesetzgebungsverfahren laufen. Der Wohnungsmarkt braucht ihn für einen Neuanfang im leistbaren Bausegment. Und nicht zuletzt bietet er die Chance, das Bauen auch in rechtlicher Hinsicht wieder auf sein ursprüngliches Fundament zu setzen: auf das vom Bauherrn bestellte Maß – und nicht mehr als das.

NEWS

Seite 44

BUSINESS

ALLIANZEN

Seite 46

SPIEL MACHT STADT Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

UNSICHTBARE INFRASTRUKTUREN MIT GROSSER WIRKUNG – WARUM SPIELRÄUME MEHR SIND ALS SPIELPLÄTZE

Gastbeitrag von Fenna Tinnefeld & Anna-Lena Bergmann

Spielräume gehören zu den wichtigsten und zugleich häufig unterschätzten Bestandteilen unserer Städte. Meist werden sie als Orte für Kinder verstanden – tatsächlich erfüllen sie weit darüber hinaus zentrale Funktionen für das Zusammenleben und zeigen, wie eng räumliche Qualität, gesellschaftliche Teilhabe, Stadtplanung sowie persönliche Entwicklung miteinander verbunden sind.

Seite 48

ENERGIE LEITPLANUNG

STADTPLANUNG UND ENERGIESYSTEM GEMEINSAM DENKEN

Gastbeitrag von Dr.-Ing. Björn Uhlemeyer

Die kommunale Wärmeplanung hat eine neue „Energie-Planungskultur“ in die Kommunen gebracht. Die Energieinfrastruktur, die als „schlummernder Riese“ in Form von Kabeln und Rohren in allen Straßen „versteckt“ ist, wird jetzt durch die kommunale Wärmeplanung in den Rathäusern diskutiert.

URBAN GALLERY

Seite 52

UNTER FREIEM HIMMEL Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

WIE STREET ART IDENTITÄT STIFTET UND STÄDTE VERÄNDERT

Gastbeitrag von Susanne Kutter

Als das belgische Seebad Ostende vor zehn Jahren vor der Frage stand, wie es sein kulturelles Angebot weiterentwickeln sollte, fiel die Antwort überraschend radikal aus. Statt Geld in ein renovierungsbedürftiges Museum mit überschaubaren Besucherzahlen zu investieren, entschied sich die Stadt für Kunst unter freiem Himmel. Daraus entstand „The Crystal Ship“ – ein Streetart-Festival, das heute zu den renommiertesten in Europa gehört und Ostende in ein riesiges Open-Air-Museum verwandelt hat.

NEWS

Seite 56

URBAN

URBAN HEROES

Seite 58

„WIR LIEBEN ROSA!“ Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

VON DER BRACHFLÄCHE ZUM GELEBTEN DRITTEN ORT

Im Herzen Zürichs findet sich seit Kurzem ein urbaner Biergarten, der Kantine, Wohlfühloase und Kulturzentrum zugleich ist. Für sechs Jahre darf die REMISE ROSA das ehemalige Industriequartier in Zürich-West mit Leben füllen. Dabei verfolgt das Projekt die klare Agenda, einen Ort zu schaffen, der der ganzen Nachbarschaft gehört – mit Mut, Leidenschaft und vor allem mit ganz viel Rosa.

Seite 60

MUT ZUR DIGITALEN ZUKUNFT Der Artikel ist noch nicht online verfügbar

WIE EIN KLEINES DORF ZUM VORBILD WIRD

Entlang der idyllischen Wälder und des Flusses Altenau liegt im Kreis Paderborn die Gemeinde Borchen mit ihrem Ortsteil Etteln. Hinter dem 1.750 Einwohner starken Dorf verbirgt sich eine außergewöhnliche digitale Infrastruktur. 2024 gewann es sogar den IEEE Smart City Contest Award vor der Millionenmetropole Hongkong.

Seite 62

CLEVERE (SEKTOR-)KOPPLUNG

REGENERATIVE WÄRMEVERSORGUNG NEU GEDACHT

Die Wärmewende ist ein zentraler Hebel für das Erreichen der Klimaziele in Deutschland. Innovative Energiekonzepte für die innerstädtische Wärmeversorgung rücken deshalb besonders in den Fokus — wie etwa auf dem Lagarde Campus Bamberg.

NEWS

Seite 64

DESIGN

ALLIANZEN

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IMPRESSUM

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