Manifesta 16 Ruhr: „Das ist keine Kirche“

Wann?

Wo?

Gesamtes Ruhrgebiet // Eröffnung in der Zeche Zollverein
Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen

Infos

Zur Website →

Was geht?

St. Gertrud Kirche, Essen // © Daniel Sadrowski

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand im Ruhrgebiet eine Landschaft geprägt von Fördertürmen, Stahlwerken und Baustellen. Sie wurde nicht nur aus Beton, Kohle und Stahl aufgebaut, sondern vor allem von Menschen. Ihre Geschichten von Migration, Arbeit und Gemeinschaft sind bis heute die Geschichten des Ruhrgebietes. Mit ihnen entstanden neue Nachbarschaften, neue kulturelle Praktiken und neue Vorstellungen davon, was Gemeinschaft bedeutet. 

Heute befindet sich das Ruhrgebiet erneut im Umbruch. Der Strukturwandel hat viele Gewissheiten der Industriegesellschaft hinter sich gelassen, zugleich wächst der Bedarf an Orten, die allen offenstehen: kostenlos, niedrigschwellig und ohne Konsumzwang. Räume, in denen Menschen einander begegnen, ihre Geschichten teilen und neue Formen des Zusammenlebens erproben können. 

Die Manifesta 16 richtet den Blick auf die Nachkriegskirchen des Ruhrgebiets – Gebäude, die einst als Symbole eines demokratischen Neuanfangs errichtet wurden und heute vielerorts ungenutzt sind. Die Biennale findet vom 20. Juni bis zum 04. Oktober über 15 Wochen in unterschiedlichen Städten des Ruhrgebietes statt. Die 16. Ausgabe im Ruhrgebiet markiert zugleich das 30-jährige Bestehen der Europäischen Nomadischen Biennale, die 1996 in Rotterdam gegründet wurde. 

Das Programm entfaltet sich in ehemaligen oder leerstehenden Kirchengebäuden und bringt mehr als 100 Teilnehmende, Kreative, Kollektive sowie vielfältige Vermittlungsprojekte zusammen, die tief in den lokalen Gemeinschaften des Ruhrgebiets verwurzelt sind. Im Fokus der 16. Ausgabe der Manifesta stehen drängende Fragen unserer Zeit: 

Wie können wir in einer von multiplen Krisen, Desinformation und Polarisierung geprägten Gegenwart zur Entwicklung alternativer Gesellschaftsmodelle beitragen? 

Wie kann Kultur (urbane) Freiräume und Leerstände nutzen, um Spaltung und Isolation in einer Post-Covid-Gesellschaft entgegenzuwirken?  

Und konkreter: 

Wie kann die Transformation von Kirchengebäuden der Nachkriegszeit zu Orten des zivilgesellschaftlichen Lebens, des körperlichen Wohlbefindens und der gemeinschaftlichen Begegnung führen? 

Aus einer generationsübergreifenden Perspektive begegnet die Manifesta 16 Ruhr den historischen und sozialen Kontexten ihrer Wirkungsstätten. Sie hat Bürger:innen und lokale Gemeinschaften dazu eingeladen, neue Zukunftsperspektiven für diese Räume zu entwerfen und zu überlegen, wie sozialer Zusammenhalt und Austausch gestärkt werden können. Thematisiert werden Aspekte wie Migration, Desinformation, Polarisierung, kollektive Gedächtnisprozesse und die Schaffung lebenswerterer urbaner Räume. Statt einer einzigen, monolithischen Vision der Transformation entsteht so ein facettenreiches Kaleidoskop aus partizipativen Bottom-up-Projekten und neuen Auftragsarbeiten, die ehemalige Gotteshäuser durch eine Kombination aus künstlerischer und räumlicher Regeneration, urbaner Transformation und sozialer Aktivierung neu interpretieren.

Kiosk of Solidarity, 2023 // © Constructlab. // Foto © Monika Keiler

 

Die Manifesta 16 Ruhr wird vollständig kostenfrei und ohne Ticketgebühren stattfinden, um sicherzustellen, dass die neu geschaffenen Orte der Kultur und Begegnung wirklich offen und für alle zugänglich sind. Zu den Highlights gehören die Eröffnung der Manifesta 16 Ruhr auf der UNESCO-Welterbestätte Zeche Zollverein am 20.06 von 16.00–21.00 Uhr sowie alle 16 Projekte, die in den Städten Dortmund, Herne, Mülheim an der Ruhr, Marl, Bottrop, Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Duisburg und Oberhausen realisiert werden. 

_________________________________________________________________________________________________________________________________

Kunstkirche Christ-König, Bochum // © Anton Vichrov

 

Weekend Challenge, 2024 // © Weberei Kai. // Photo © Lena Weber

 

HERE WE ARE, 2025 // © Elizabeth Price. // Foto © Andrew Lee

 

Ruhr Area // © Dirk Rose