Josef Kaiser – Bauen für die DDR

Wann?

Wo?

Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin

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Was geht?

Fotograf*in unbekannt, Josef Kaiser mit Portraitgemälde von Bert Heller, 1961, © DLK Foto Dresden / Lucia Maria Kaiser

Josef Kaiser (1910–1991) zählt zu den prägenden Architekten der DDR und ist dennoch weitgehend unbekannt. Mit „Bauen für die DDR“ widmet ihm die Berlinische Galerie die erste umfassende Ausstellung. Zwischen 1950 und 1984 war Kaiser an zahlreichen staatlichen und kommunalen Projekten beteiligt, darunter in Berlin das Kino International, das Café Moskau und die Mokka-Milch-Eisbar an der heutigen Karl-Marx-Allee. Seine Bauten fanden auch international Beachtung und galten als Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses der DDR, viele stehen heute als herausragende Beispiele der Nachkriegsmoderne unter Denkmalschutz. Kaiser hinterließ nicht nur in Berlin Spuren, sondern auch in weiteren Städten Ostdeutschlands, etwa mit dem Kulturhaus Maxhütte im thüringischen Unterwellenborn oder dem Wohnkomplex II in Eisenhüttenstadt.

Dieter Urbach, Die Plattenbauten Alexanderstraße, Collage, um 1965, © Berlinische Galerie, Digitalisat: A. E. Witte

Einblick in bislang unveröffentlichtes Archivmatertial

Die Ausstellung eröffnet Zugang zu dem umfangreichen, erst jetzt in öffentlichen Institutionen verfügbaren Archivmaterial und versteht sich zugleich als Ausgangspunkt für eine weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung. Teils noch nie gezeigte Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Modelle und Filme aus dem Bestand der Berlinischen Galerie sowie aus nationalen Sammlungen rekonstruieren Leben und Wirken des Architekten und beleuchten politische wie ästhetische Spannungsfelder. Zeitgenössische künstlerische Positionen von Veronika Kellndorfer, Karsten Konrad und Tracey Snelling erweitern den Blick und eröffnen neue Perspektiven auf das architektonische Erbe der DDR als Teil der deutsch-deutschen Baugeschichte.

Josef Kaisers architektonisches Schaffen reichte von Kulturbauten über Wohngebäude bis zu stadträumlichen Ensembles und Sonderbauten. In einer Zeit, in der sich das Bauen zwischen politischen Programmatiken, städtebaulichem Experiment, Tradition und internationaler Moderne bewegte, entwickelte er eine eigene architektonische Handschrift, die funktionale Klarheit mit repräsentativer Geste verband. Seine Berliner Bauten im zweiten Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee stehen exemplarisch für den Wandel der Architektur in der DDR von einer monumentalen zu einer technisch-modernen, alltagsorientierten Formensprache.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt’s hier.

Bildergalerie

Fotograf*in unbekannt, Restaurant Moskau mit Strausberger Platz, um 1965, Entwurf: Josef Kaiser und Horst Bauer, © Berlinische Galerie, Digitalisat: A. E. Witte

Dieter Urbach, Großhügelhaus, Vision: Josef Kaiser, 1971, © Berlinische Galerie

Schnepp Renou, Kino International, 2026, Entwurf: Kollektiv Josef Kaiser © Schnepp Renou

Schnepp Renou, Café Moskau und Landpavillon im Wohngebiet Karl-Marx-Allee, Berlin, 2026, Architekturen: Kollektiv Josef Kaiser © Schnepp Renou

Postkarte, Karl-Marx-Allee Berlin mit dem Ensemble Kino International, entworfen von Josef Kaiser und Heinz Aust, Hotel Berolina, entworfen von Josef Kaiser und Günter Kunert, sowie Restaurant Moskau, entworfen von Josef Kaiser und Horst Bauer, 1964, © Foto Schlegel, Digitalisat: A. E. Witte