Was geht?
Wie verstehen wir im gegenwärtigen Augenblick den Prozess, Architektur zu schaffen? Wir leben in einer Zeit spekulativer Systeme, die darauf ausgelegt sind, den Profit über den Menschen zu stellen. Wir sind mit sozialen Krisen konfrontiert, die die grundlegendsten Lebensbedingungen untergraben, während der ökologische Kollaps die Existenz einer Vielzahl menschlicher und nicht-menschlicher Wesen über viele Territorien und Geografien hinweg bedroht. Dabei stehen Fragen, ob man bauen soll oder nicht, wie interveniert und wie mit dem Bestand umgegangen werden soll, unausweichlich im Zentrum des Denkens über Architektur. Die vom 9.5. – 30.8.2026 im S AM Schweizerisches Architekturmuseum gezeigte Ausstellung „Groundwork“ möchte diese strukturellen Schlüsselfragen adressieren und tritt dazu in einen Dialog mit drei Architekturbüros, die methodische Ansätze entwickeln. Ihr Ziel ist es, infrage zu stellen, zu unterlaufen und neu zu definieren, was es heute bedeutet, Raum zu schaffen.
„Groundwork“ ist eine Wiederaufnahme einer Ausstellungs- und Filmreihe des Canadian Centre for Architecture (CCA) in Montreal. Die Ausstellung präsentiert eine dreiteilige Filmreihe, die drei internationale Architekt:innen begleitet, die neue Formen der Auseinandersetzung mit Orten und deren komplexen Ökosystemen suchen. Film dient als kuratorisches Medium, um zu beobachten, wann Ideen statt Gebäude Gestalt annehmen.

Still from To Build Law © CCA
Die Ausstellung auf einen Blick
Wie lässt sich Architektur heute denken und praktizieren – angesichts sozialer Krisen und ökologischer Herausforderungen? Die Ausstellung „Groundwork“ widmet sich dieser Frage und untersucht aktuelle Ansätze architektonischer Praxis. Im Zentrum steht eine Reihe von drei neuen Dokumentarfilmen, die vom Canadian Centre for Architecture (CCA) in Montreal produziert und ursprünglich in einzelnen Ausstellungen dort präsentiert wurden. Gezeigt werden unterschiedliche Methoden des Architekturschaffens: Xu Tiantian (DnA_Design and Architecture) entwickelt auf der Insel Meizhou in China präzise Interventionen im Spannungsfeld von Kulturerbe, Tourismus und Ökologie. Das Berliner Kollektiv bplus.xyz, oder b+, initiiert eine Europäische Bürger:inneninitiative, um Erhalt und Transformation des Bestands gegenüber spekulativer Stadtentwicklung zu stärken. Carla Juaçaba realisiert in Brasilien minimalistische Pavillons, die lokale Gemeinschaften im Kontext extraktiver Landwirtschaft unterstützen. „Groundwork“ fokussiert nicht das fertige Bauwerk, sondern den Entwurfsprozess in seiner frühen Phase. Filme, Dokumente und Fragmente machen sichtbar, wie architektonische Konzepte unter spezifischen sozialen, politischen und ökologischen Bedingungen entstehen.
Ausstellung und Filmreihe konzipiert von: Francesco Garutti & Irene Chin (CCA)
Filme unter der Regie von: Joshua Frank
Adaptiert von: Yuma Shinohara (S AM)
Die Filme
CHAPTER 1 – INTO THE ISLAND
Meizhou Island
Xu Tiantian
2024, 41 min
CHAPTER 2 – TO BUILD LAW
Berlin
b+
2024, 49 min
CHAPTER 3 – WITH AN ACRE
Minas Gerais
Carla Juaçaba
2025, 45 min
Weitere Informationen zur Ausstellung und dem Begleitprogramm gibt’s hier.
Bildergalerie

Still from With an Acre
© CCA

S AM Ausstellungsansicht ‹Groundwork› Foto © Tom Bisig

S AM Ausstellungsansicht ‹Groundwork› Foto © Tom Bisig

S AM Ausstellungsansicht ‹Groundwork› Foto © Tom Bisig

S AM Ausstellungsansicht ‹Groundwork› Foto © Tom Bisig

S AM Ausstellungsansicht ‹Groundwork› Foto © Tom Bisig

