NEUE WEGE FÜR MEHR PLATZ IM POTT

Im Ruhrgebiet, der größten Agglomeration Deutschlands gehen die gewerblich-industriellen Flächenpotenziale in den kommen Jahren zur Neige. Flächenrecycling ist das Gebot der Stunde. Mithilfe des Gewerblichen Flächenmanagements der Wirtschaftsförderung Metropoleruhr GmbH (wmr) soll eine zielgerichtete Mobilisierung gewerblich-industrieller Flächen gelingen.

Für Gewerbe und Industrie ist das Ruhrgebiet weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Auch nach dem Rückgang der Montanindustrie in den 50er Jahren prägen die gewerblich-industriellen Bauflächen, wenn auch nicht mehr in dem gleichen Maße, das Landschaftsbild dieser dicht besiedelten Region im Zentrum Nordrhein-Westfalens. Im Ruhrgebiet sind 43% der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze auf Gewerbe-, Industrie- und Sonderbauflächen angesiedelt – ein Anteil, der die enorme Bedeutung dieser Gebiete für die Wirtschaft der gesamten Region verdeutlicht. Für die langfristige Sicherung des Bestands und zur Steigerung von Investitionen ist die Bereitstellung geeigneter Flächen unabdingbar. Um in diesem Zusammenhang jedoch auch den Flächensparzielen der Landesregierung gerecht zu werden, müssen Städte und Kreise sparsam mit der Inanspruchnahme bislang unbebauter Flächen umgehen.

In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2010 das Gewerbliche Flächenmanagement Ruhr (GFM) als ein einzigartiges, regional abgestimmtes Instrument zur Analyse und zielgerichteten Mobilisierung gewerblich- industrieller Flächen, von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH in Zusammenarbeit mit den 53 Kommunen der Metropole Ruhr entwickelt. Basis für das GFM ist der digitalen Flächenatlas ruhrAGIS der wmr. Die Ergebnisse der Phase III des Gewerblichen Flächenmanagements verdeutlichen die Wichtigkeit der Verfügbarkeit von gewerblichen Bauflächen in der Metropole und die Notwendigkeit neuer Lösungswege für die Bereitstellung von Flächen. „Seit 2005 konnten mehr als 116.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze auf neu genutzten Industrieflächen angesiedelt werden“, sagt Rasmus C. Beck, Vorsitzender der Geschäftsführung der wmr.

Neben dem geringen Flächenanteil, der der Metropole Ruhr in den kommenden Jahren für gewerbliche Nutzung zur Verfügung steht, stellt der Anstieg an Nutzungsrestriktionen eine zunehmende Herausforderung dar. So waren im Jahr 2014 rund 47 % der 2.400 ha gewerblich-industrieller Flächenpotenziale mit Restriktionen belegt. „Die zuletzt erfolgreiche Entwicklung von Arbeitsplätzen wird sich in den kommenden Jahren nur verstetigen können, wenn die verbleibenden Industrieflächen mit oft hohen Restriktionen entwickelt und gezielt an den Markt gebracht werden“, führt Rasmus C. Beck aus. In enger, interkommunaler Absprache wird die wmr deshalb in Kooperation mit dem Regionalverband Ruhr in der Phase IV des Gewerblichen Flächenmanagements eine Strategie erarbeiten, die einen regionalen Abbau von Nutzungsrestriktionen zum Ziel hat.

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