SCHLÜSSELFAKTOR MENSCH

Ist die Privatwirtschaft für die Öffentliche Hand ein Partner für die Zukunft? Und unter welchen Voraussetzungen funktioniert eine Zusammenarbeit? Um diese und andere Fragen ging es auf der ersten „Landmarken impulse“ am 9. März 2016 im Jobcenter der StädteRegion Aachen.

Innerhalb enger baulicher sowie gesetzlicher Rahmenbedingungen ein optimales Ergebnis erzielen und dabei nach Möglichkeit mit der Qualität des Bauwerks Maßstäbe setzen – das ist die Herausforderung, vor der öffentliche Hand und Privatwirtschaft bei der Umsetzung gemeinsamer Bauprojekte oft stehen. Dass diese Aufgabe keine leichte ist, liegt auf der Hand, umso stärker wirken daher die zahlreichen positiven Beispiele, in denen diese Zusammenarbeit bis ins Detail funktioniert hat. Wirklich überraschend hingegen ist die Antwort auf die Frage, wann und unter welchen Bedingungen dieses Miteinander gelingen kann – und genau darum ging es auf der „Landmarken impulse“ am 9. März 2016.

Zu der Veranstaltung im Jobcenter der StädteRegion Aachen hatte die Landmarken AG geladen. Rund 100 Gäste folgten der Einladung der Entwicklungsgesellschaft und erlebten im Foyer des architektonisch spannenden Gebäudes eine interessante Diskussion mit Vertretern von Stadt, Land und Immobilienwirtschaft. Das Thema des zweistündigen Abends: „Bauen für die öffentliche Hand – Privatwirtschaft als Partner für die Zukunft?“ Nach Eröffnung der Veranstaltung durch Norbert Hermanns, Vorstand der Landmarken AG, stellte Architekt Kilian Kada, Gesellschafter bei kadawittfeldarchitektur, Entwurf und Entstehungsgeschichte des Jobcenters vor, das damit zu Recht immer wieder im Mittelpunkt des Abends stand: Errichtet von der Landmarken AG im Auftrag des Landes NRW ist es ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft.

Dank eines starken Teams und einer engen Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Projektentwickler vergingen nur 13 Monate Bauzeit vom Beginn des Hochbaus bis zur Fertigstellung und Schlüsselübergabe. Möglich wurde das auch durch eine modulare Bauweise, bei der Fertigteilfassaden wie bei einem Baukastenprinzip aneinandergereiht wurden. Workshops und offene Diskussionen begleiteten den Prozess. „Wir haben auf Augenhöhe mit dem Nutzer die an das Gebäude gestellten Anforderungen umgesetzt und zum Teil sogar übererfüllt“, betonte Jens Kreiterling, Vorstand der Landmarken AG.

Darüber, dass nicht jedes Projekt der öffentlichen Hand so reibungslos verläuft, waren sich die fünf Teilnehmern der Diskussionsrunde einig, die im Hauptteil des Abends unter der Moderation von Prof. Dr. Johannes Busmann, Verleger und Herausgeber des polis Magazins, vor allem über mögliche Verbesserungen und Perspektiven sprachen. „Das Grundproblem sind die Strukturen, die von der öffentlichen Hand vorgegeben werden“, sagte Olaf Pudenz, Partner bei Höhler + Partner Architekten und Ingenieure. Man brauche mehr Flexibilität, auch bei der Wahl der Anbieter. Es könne nicht sein, immer den günstigsten Anbieter nehmen zu müssen, wobei das Nachtragsmanagement inzwischen fester Bestandteil nahezu jedes Auftrags sei.

Lutz Leide, Leiter der Sparte Facility Management der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, betonte, man sei verpflichtet, alle möglichen Varianten einer Projektkonstellation durchzuspielen und die wirtschaftlichste als Empfehlung auszusprechen. Dabei räumte er ein, dass die Planungsphasen in den vergangenen Jahren qualitativ zunehmend schlechter geworden seien.

Wie also sieht die Lösung dieses Problems aus? Bemerkenswert ist das einstimmige Fazit des Abends, das weder auf strengere Vorgaben noch mehr Reglement schielt. Denn die meisten Probleme seien menschlich bedingt. „Wenn Menschen zusammenkommen, braucht man nicht nur Liebe zum Detail und Engagement, sondern vor allem Vertrauen“, sagte Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenter der StädteRegion Aachen. „Wenn man das hat, erreicht man die nötigen Qualitäten, dann schafft man am Ende alles.“


Auf einen Blick

„Bauen für die öffentliche Hand – Privatwirtschaft als Partner für die Zukunft?“ – um diese Frage ging es am 9. März 2016 auf der ersten „Landmarken impluse“. Die Veranstaltung im Foyer des von der Landmarken AG gebauten Jobcenters der StädteRegion Aachen an der Gut-Dämme-Straße wurde von rund 100 Gästen besucht und wartete mit hochkarätigen Gästen auf:

  • Stefan Graaf, Geschäftsführer Jobcenter StädteRegion Aachen
  • Jens Kreiterling, Vorstand Landmarken AG
  • Lutz Leide, Leiter Sparte Facility Management der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
  • Olaf Pudenz, Partner bei Höhler + Partner Architekten und Ingenieure
  • Klaus Schavan, technischer Betriebsleiter Gebäudemanagement der Stadt Aachen

Die Moderation der Diskussion übernahm Prof. Johannes Bussmann, Verleger und Herausgeber des polis Magazins.

Die erste „Landmarken impluse“ bildete den Auftakt zu einer losen Reihe weiterer Diskussions- und Gesprächsrunden, bei denen aktuelle Themen der Bau- und Immobilienbranche  beleuchtet werden sollen.

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