AIRBNB: BALD AUCH EIGENSTÄNDIGER HÄUSERBAU?

Airbnb’s experimentelles Entwicklungsteam Samara hat Pläne für eine neues Projekt vorgelegt, die einen bedeutenden Schritt in die Architektur- und Bauindustrie wagen: Es hat einen Prototyp für eine neu Art des Wohnens veröffentlicht. Statt nur Wohnungen von Gastgebern zu vermitteln, will das Unternehmen bald eigene komplette Häuser bauen. Nächstes Jahr sollen die ersten Prototypen erhältlich sein.

Das Designstudio Samara ist ein Ableger des Unternehmens, das seit 2016 eigene Projekte entwickelt. Einer der Mitbegründer von Airbnb, Joe Gebbia, enthüllte, dass das Unternehmen im Rahmen des Projekts „Airbnb-Backyard“ dabei sei, eine neue Methode zu entwickeln, um Häuser zu entwerfen, zu erschaffen sowie zu multiplizieren, die dem modernen Lebensstil entsprächen. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass viele Airbnb-Gastgeber ihre Häuser aufgrund ihrer zahlreichen Gäste so umgestalteten, dass möglichst viele dort Platz finden und sich vor allem wohlfühlen, sodass gute Bewertungen dabei herausspringen.

Das „Backyard“ sei kein normales Haus, sondern eine Initiative, das Haus zu überdenken und in ihrer Komplexität und Breite zu begreifen.

Die Designs basieren auf dem Airbnb-Sharing-Modell: Die Entwickler haben sich einfach überlegt, wie das perfekte Haus aussehen müsste, das man zum „Sharing“ bzw. vermieten anbieten könnte. Diese Frage erwies sich als gar nicht so einfach. Sie wollen architektonische Elemente bestmöglich einbauen, um die Nutzung zu erleichtern und außerdem auf eine Reihe von Problemen reagieren, die bei weiteren Analysen aufkamen. Eine Schwierigkeit sei es vor allem, auf die sich ständig ändernden Bedürfnisse der Bewohner zu reagieren – etwas Langfristiges zu gestalten wurde zu einem komplizierten Unterfangen: Man musste neue Ansätze für den Bau von Häusern in den Fokus bringen. Herausgekommen sind Entwürfe, die neue Fertigungstechniken, Smart-Home-Technologien sowie umweltfreundliche Materialien einbeziehen, um den aktuellen Problemen der Bauindustrie zu entgegnen, ohne Unmengen von Abfall zu produzieren. Wichtig seien den Entwicklern nachhaltige Baustoffe sowie ein Fertigteilkonzept, welches sich zu mehrteiligen Gebäudekomplexen zusammensetzen lassen soll.

Gebbia und sein Team sind der Meinung, dass allgemein bei der Gebäudefertigung viel zu viel Material verschwendet und weggeschmissen wird. Sie wollen den Anforderungen der Zukunft, wie Klimawandel und Landflucht, gerecht werden – aus diesen Gründen ist es ihnen ein wichtiges Anliegen, das „Zuhause“ weiterzuentwickeln. Die Backyards sollen auf kurzfristiges Vermieten und weiterhin auf Co-Living-Konzepte ausgerichtet sein – sie seien aber nicht ausschließlich auf Airbnb-Gastgeber zugeschnitten.

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Rendering © Airbnb/Samara

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