INDIEN PLANT DIE WELTWEIT ERSTE ÖFFENTLICHE HYPERLOOP-STRECKE

Die futuristische Idee von Hyperloop-Verbindungen, beschreibt die Vision einer Transportmöglichkeit, die Menschen in wenigen Minuten über große Distanzen bewegen kann – ohne in ein Flugzeug zu steigen. Die Technologie erinnert auf den ersten Blick an eine gigantische Rohrpostanlage: Mit bis zu 1250 Kilometer pro Stunde sollen Menschen in einigen Jahren durch Röhrensysteme geschossen werden und dabei so sicher, schnell und umweltfreundlich reisen wie nie zuvor. So ähnlich stellte Elon Musk, der Tesla-Gründer, seine Hyperloop-Vision im Jahr 2013 der Öffentlichkeit vor.

Heute konkurrieren mehrere Unternehmen um die internationale Vorreiterrolle auf dem Gebiet. Nach einigen wortgewaltigen Ankündigen steckt die Technologie trotzdem noch in Ihren Kinderschuhen. Zwar konnten einige Testrecken, die aber oft nur wenige Meter lang sind, in Europa und Amerika realisiert werden, doch kein Projekt kann die hohen Erwartungen bezüglich Schnelligkeit, Sicherheit und Reichweite bisher erfüllen.

Dennoch gelingt es Unternehmen wie Virgin Hyperloop One, in Investorenrunden immer wieder frisches Geld einzusammeln. Das US-amerikanische Unternehmen hat erst kürzlich eine Finanzspritze von 172 Millionen Dollar erhalten. Mindestens 90 Millionen Dollar kamen von DP World, einem Hafenbetreiber mit weltweit 78 Terminals.

Hintergrund ist ein gemeinsames Hyperloop-Projekt in Indien. Der Plan von Virgin Hyperloop One sieht vor, zwischen der Finanzmetropole Mumbai und dem Knotenpunkt Pune die erste öffentliche und kommerzielle Hyperloop-Strecke zu eröffnen. Heute trennen die beiden Großstädte circa 150 Kilometer, für die ein PKW mindestens 3,5 Stunden benötigt. Eine Hyperloop-Verbindung soll die Reisezeit bald auf maximal 35 Minuten zusammenschmelzen lassen. Und die Chancen für eine Realisierung stehen diesmal tatsächlich sehr gut. Die Verwaltung des indischen Bundestaates Maharashtra hat den Plänen zugestimmt und formal in ein öffentliches Infrastrukturprojekt umgewandelt. Die Bezeichnung ist „unglaublich wichtig, um die Hyperloop-technologie weltweit voranzubringen“, kommentiert Ryan Kelly, Head of Marketing and Communications bei Virgin Hyperloop One.  „Wir erforschen den Hyperloop nicht mehr, sondern befinden uns jetzt in der Umsetzungsphase.“

Der indische Chief Minister Devendra Fadnavisist ebenfalls stolz auf die Entwicklungen und zeigt sich optimistisch: „Die Strecke in Maharashtra wird die erste Hyperloop-Strecke der Welt und Pune zum globalen Zentrum dieser Technologie. Indien wird seiner technologischen Vorreiterrolle damit gerecht.“

Die größte Hürde für das Konsortium DP World und Virgin Hyperloop One wird in der Zertifizierung der Anlage liegen. Bisher ist die Technologie noch nicht offiziell für den Personentransport freigegeben. Konkrete Lösungsvorschläge wurden dazu noch nicht präsentiert. Unterstützt durch den regionalen Verwaltungsapparat, könnte aber auch dieses Problem überwunden werden.
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Fotos: © Virgin Hyperloop One

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