SCHAFFUNG NEUEN WOHNRAUMS

In dieser Situation müssen sowohl öffentliche Hand als auch Wirtschaft die Stadtentwicklung gemeinsam vorantreiben. Während die Stadt Wolfsburg eine Wohnbauinitiative gestartet hat, entwickelt Volkswagen Immobilien (VWI) in enger Abstimmung mit der Stadt ein modernes Stadtquartier mit bis zu 1.250 Wohneinheiten. Eine ansteigende Nachfrage nach Wohnungen ist derzeit vor allem in den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern zu beobachten: Der Trend – allgemein als Reurbanisierung bezeichnet – betrifft dabei auch wirtschaftsstarke Mittelstädte. Gerade dort, wo die Konjunktur floriert, stehen Unternehmen im Wettbewerb um die besten Köpfe und sind daher darauf angewiesen, dass ausreichend adäquater Wohnraum angeboten wird. Dies ist derzeit jedoch oft nicht der Fall. Neben steigenden Mieten und Kaufpreisen sind hohe Pendlerzahlen ein eindeutiges Indiz für einen Mangel an Wohnraum. So wie im Falle Wolfsburgs, wo der Wohnungsleerstand inzwischen bei unter einem Prozent liegt. Darüber hinaus weist die niedersächsische Stadt signifikant höhere Pendlerzahlen auf als vergleichbare Städte. So pendelten im Jahr 2013 Tag für Tag rund 75.500 Menschen (2012: rund 73.100) zur Arbeit, was einer Steigerung gegenüber 2003 um knapp 34 % entspricht. Zum Vergleich: In das ebenfalls von der Automobilindustrie stark geprägte Ingolstadt (Audi) pendelten 2012 täglich rund 42.500 Menschen. Und Regensburg, wo BMW einen bedeutenden Produktionsstandort unterhält, registrierte 2012 etwa 60.000 Einpendler – jedoch mit rückläufiger Tendenz. Dass zwei Drittel aller in Wolfsburg Beschäftigten jeden Tag von außerhalb in die Stadt pendeln müssen, belastet Pendler gleichermaßen wie Anwohner. Zumal sich die Pendlerströme auf das VW-Werk auf zwei Zeitfenster zwischen 7 und 9 Uhr sowie 15.30 und 17.30 Uhr konzentrieren.

Starker Anstieg der Mieten
Neben den Pendlerzahlen ist auch die Einwohnerzahl Wolfsburgs angestiegen – zwischen 2008 und 2013 um 2,9 %. Der Einwohneranstieg Wolfsburgs, das 2014 erstmals seit 1996 wieder mehr als 124.000 Einwohner zählt, könnte allerdings noch größer ausfallen, wenn es genügend Wohnraum gäbe. Die Entwicklung der Mieten spiegelt dies wider: So stiegen die Mieten bei Neuvermietungen im Bestand zwischen 2009 und 2013 um 40 % an. Der Anstieg bei Neubauwohnungen zur Miete fiel sogar noch stärker aus. Hier stiegen die Quadratmeterpreise im Durchschnitt von 6,02 Euro im Jahr 2009 auf 11 Euro im Jahr 2013 – ein Anstieg um sehr hohe 82,7 %. Die Fertigstellungszahlen sind dagegen außerordentlich niedrig: Im Jahr 2013 wurden gerade einmal 187 Wohnungen fertiggestellt. Auf diese Entwicklung hat die Stadt Wolfsburg jedoch reagiert: Sie startete im Sommer 2013 eine „Wohnbauoffensive“ mit dem Ziel, bis 2020 rund 6.000 Wohneinheiten zu schaffen. Unterstützung kommt von Volkswagen Immobilien (VWI). Die Immobilientochter des VW-Konzerns entschloss sich bereits Ende 2011, ein Wohnungsneubauprogramm mit rund 500 Wohneinheiten für den eigenen Bestand bis 2018 zu starten. „Der Neubau von innenstadtnahen Wohnungen soll nicht nur dazu beitragen, die Akquisition von Mitarbeitern für Volkswagen zu erleichtern, sondern auch insgesamt die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen. Denn zu einem Top-Arbeitgeber gehört auch ein Top-Standort, der nicht durch ein außerordentlich hohes Pendler- bzw. Verkehrsaufkommen belastet wird“, erläutert Roland Stöckigt, Geschäftsführer von Volkswagen Immobilien, die Neubaupläne seines Unternehmens.

Volks wagen Immobilien entwickelt Stadt quartier mit bis zu 1.250 Wohnungen
VWI plant derzeit das im Stadtteil Steimker Berg gelegene Projekt „Steimker Gärten“. „Dies bietet die Möglichkeit, innenstadtnah und trotzdem im Grünen zu wohnen. Insbesondere mit Blick auf die Verkehrsentwicklung wird es immer wichtiger, mehr Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen“, so Stöckigt. Denn Menschen, die in der Stadt leben, können viel eher vom öffentlichen Personennahverkehr oder dem Fahrrad Gebrauch machen als Menschen, die in weniger verdichteten Räumen wohnen. Für die Reduzierung des Verkehrsaufkommens sind Verdichtung und eine Nutzungsmischung von Arbeit, Wohnen, Freizeit und Versorgung unverzichtbar. Nach VWI-Plänen lassen sich insgesamt bis zu 1.250 Wohneinheiten in den „Steimker Gärten“ realisieren – 300 Mietwohnungen allein durch VWI. Für die weiteren Bauflächen sollen qualifizierte Partner und Investoren eingebunden werden. Die Projektentwicklung für das neue Quartier sieht hierfür ein breites Spektrum an Gebäudetypologien als Kapitalanlage oder Eigennutzung vor. Daneben bietet die Schaffung neuen Wohnraums die Chance, einen Bewohnermix zu erreichen, zum Beispiel aus Wochenendpendlern, Familien und Senioren. So werden die von VWI geplanten Zweibis Vier-Zimmer-Wohnungen allesamt barrierearm sein, sodass sich sowohl Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen als auch Senioren wohlfühlen.

Das Beispiel zeigt, dass in Fällen besonders großer Wohnungsknappheit – wie in Wolfsburg – die Privatwirtschaft gefordert ist, sich an der Schaffung von neuem Wohnraum zu beteiligen. Dies ist in ihrem ureigenen Interesse. Denn wer qualifizierte Arbeitskräfte anziehen will, ist auch auf ausreichend Wohnraum angewiesen. Die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft zeigt bereits erste Früchte: Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist von 180 im Jahr 2012 auf 342 im Jahr 2013 angestiegen.

Stadt Wolfsburg
www.vwimmobilien.de | www.steimkergaerten.de

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