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Nachdem noch im November 2014 das vollverglaste Hochhaus des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron, von den Stadträten mit einer knappen Mehrheit abgeblockt wurde, haben diese nun ihre Meinung revidiert und im Sommer 2015 die Genehmigung für das extravagante 180 Meter hohe Bauvorhaben erteilt. Das Bauvorhaben wird im Pariser Südwesten, auf dem Messegelände an der Porte de Versailles realisiert und von dort aus die Pariser Skyline langfristig prägen.

Mit ihrem Entwurf, durch den Paris ein neues Wahrzeichen bekommen wird, wollen Herzog & de Meuron der Portes des Versailles und dem sie umgebenden Raum eine neue Aufmerksamkeit verleihen. Durch den Entwurf gelingt ihnen eine Umstrukturierung und ganz neue Wahrnehmung des bestehenden öffentlichen Raumes. In seiner architektonischen Ausgestaltung soll die Glaspyramide die historischen Achsen, die von der Rue de Vaugirard und der Avenue Ernest Renan gebildet werden, wieder herstellen und auf diese Weise auch in die bestehenden Achsen und Perspektiven des urbanen Gefüges von Paris integrieren. Weiterhin wollen die Architekten mit der Ausgestaltung ihres Entwurfes als Pyramide vermeiden, dass durch das geplante Hochhaus Schattenwurf auf angrenzende Gebäude entsteht. Das einfache und kompakt gehaltene Volumen des Baukörpers versucht die Beeinträchtigungen von Grund und Boden weitestgehend zu reduzieren.

Anders als es bei klassischen Gebäudeentwürfen der Fall ist, lässt dieser Entwurf zwei Interpretationen durch den Betrachter zu. Zum einen ist da die Form der breiten Pyramide die leicht und prägnant von überall wahrnehmbar ist und zum anderen der schmale Vertikalriegel mit seiner feinen, kristallenen Shilouette, die wie ein bleistiftdünner Strahl in den Himmel von Paris ragt. Dominiert wird das Gebäude zukünftig von Büronutzungen, für die eine Fläche von 70.000 m2 vorgesehen ist. Weitere 22.300 m2 sind für ein Luxushotel sowie Dienstleistungsgewerbe und Kulturstätten bestimmt. Auf Erdgeschossebene ist die Glaspyramide für die Allgemeinheit zugänglich und in Anlehnung an die typischen Pariser Einkaufsstraßen mit Geschäften und Restaurants ausgestattet. In der 12. Etage ist eine Panorama Bar geplant, die einen erstklassigen Blick auf ganz Paris ermöglicht.

Bauvorhaben mit Bedenken

Das Projekt, das mit 550 Mio. Euro von einem Privatinvestor realisiert wird, war im Stadtrat lange umstritten und lässt auch gegenwärtig noch kritische Stimmen laut werden. Mit 180 Metern wird der Tour Triangle nach dem Eiffelturm (324 Meter) und Tour Montparnasse (210 Meter) das drittgrößte Bauwerk in der Hauptstadt Frankreichs. Während die Pariser Bürgermeisterin das Projekt als starkes Symbol für die Attraktivität Paris wahrnimmt, hat die UNESCO ihre Zweifel, ob ein isolierter Wolkenkratzer eine der seltenen noch erhaltenen horizontalen Städte positiv bereichern kann.

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