EINE STADT FÜR KINDER

Weitaus mehr als nur außergewöhnlich ist der Kindergarten den das dänische Architekturbüro COBE für die dänische Kommune Frederiksberg im Großraum Kopenhagen entworfen hat. Statt sich bei der Neuplanung auf lediglich ein Gebäude zu konzentrieren, haben die Architekten gleich eine Kleinstadt als Paradies für die jüngste Generation entwickelt. 11 Häuschen, ergänzt um Spielplätze und Aufenthaltsräume siedeln sich um zwei Wintergärten an und ist nun ein Ort zum Lernen, Spielen und Entdecken für 182 Kinder im Alter von eins bis sechs Jahren.

Der Kindergarten soll bewusst das Gefühl der Geborgenheit in einem ganz eigenen, ausdifferenzierten Raumsystem hervorrufen. Dadurch hebt er sich von den herkömmlichen, üblicherweise im großen Maßstab angelegten Kindertagesstätten ab und kreiert eine außergewöhnliche Atmosphäre für die Kinder. Die 11 Häuschen sind allesamt miteinander verbunden und dabei zu verschiedenen Seiten ausgerichtet. Die unterschiedlichsten Spielmöglichkeiten- und plätze sind um die im Zentrum gelegenen Wintergärten angeordnet und bilden individuelle Raummöglichkeiten, in denen Kinder sich ihre ganz eigenen Nischen zum Spielen innerhalb der Anlage schaffen können.

Dan Stubbergaard, Gründer und Creative Director von COBE macht deutlich, dass mit dem Kindergarten in Frederiksberg ein Ort geschaffen werden sollte, der Kinder durch seine außergewöhnliche architektonische Ausgestaltung auf bestmögliche Weise in der Entwicklung des Lernens und in ihrer Kreativität fördert. Kinder seien die wertvollste Ressource unserer Gesellschaft und es sei daher umso wichtiger, dass ihnen eine gute und sichere Kindheit geboten wird. Stubbergaard merkt an, dass insbesondere in der heutigen Zeit der Trend dahin geht immer größere Kindergärten zu bauen. Dabei sei es doch grade von Bedeutung intime Räume und eigene kleine Welten für die Kinder bereitzustellen – schließlich verbringen sie den Großteil ihres Tages im Kindergarten. Diversität war daher das wichtigste Kernelement des Entwurfes für den Kindergarten in Frederiksberg so Stubbergaard. Die unterschiedlichen Raumvariationen unterstützen die verschiedensten Formen von Aktivitäten der Kinder zu jeglicher Tages- und Jahreszeit.

Trotz der individuellen Architektur und den unterschiedlichsten Raumvariationen sieht die bauliche Ausgestaltung auch eine klare Stringenz vor. Im hinteren Bereich jedes Hauses befinden sich zwei Atrien, die die verschiedenen Etagen und Gruppenräume miteinander verknüpfen. Die Atrien fungieren außerdem als zentrale Räume der Versammlung. Dort treffen Kinder, Angestellte und Eltern zu einem gemeinsamen Aufenthalt aufeinander. Ein sich durchziehendes simples und klares Design war zudem der Schlüssel für das gesamte bauliche Konzept des Kindergartens.

Das simple und klare Design des Kindergartens hat einen ganz besonderen Hintergrund. So erklärt Stubbegaard, dass es auf die Vorstellung davon zurückzuführen ist, wie Kinder ein Haus malen würden à eine simple Karikatur, eine Skizze mit klaren Formen, frei von Details. In der gebauten Realität bedeutet das etwa eine glatte Dachoberfläche, die keinerlei Blick auf Regenrinnen etc. zulässt oder aber Fenster, die so designt sind, dass sie dem Betrachter rahmenlos erscheinen – eben so wie ein Kind es zeichnen würde, so Stubbegaard.

Die 11 Häuser sind leicht voneinander versetzt angeordnet, um das Programm des Kindergartens aufzuteilen. Indem die Häuser voneinander versetzt werden, entstehen kleine Outdoor Bereiche sowie Nischen zum Spielen für die Kinder. Und auch im Innenbereich hat die versetzte Anordnung der Gebäude einen besonderen Effekt: Es entstehen ganz unterschiedlich ausgestaltete Räume mit variierenden Grundrissgrößen. Der Kindergarten besteht aus zwei bis drei Etagen mit Gruppenräumen, die jeweils einen eigenen. individuellen Zugang zum Außenraum haben.

Der Kindergarten fügt sich trotz oder vielleicht grade wegen seiner originellen Ausgestaltung harmonisch in das städtebauliche Gesamtbild der Nachbarschaft ein. Er adaptiert die unterschiedlichen Maßstäbe des Bestandes und spiegelt diesen in seinen Satteldächern, die in ihren Höhen und Ausgestaltungen variieren.

Alle Bilder © COBE

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