FILMTIPP: HIGH-RISE

Wenn aus Fantasie Wirklichkeit wird – 1925 stellte Le Corbusier seine Idee der „Wohnmaschine“ in Paris vor. Der erste Wohn-Arbeit-Freizeit-Hybrid (Unité d’Habitacion) wurde ab 1947 in Marseille gebaut und eröffnete 1952. Charakteristisch ist, dass die Wohnungen jeweils als Maisonette gebaut sind, die jeweils einmal die ganze Stockwerksbreite und einmal die Hälfte einnehmen. Nur in jedem dritten Stockwerk befinden sich Flure, in der siebten und achten Etage gibt es Geschäfte, Hotels und eine Wäscherei. Auf dem Dachgeschoss befindet sich ein Kindergarten. Bis in die 70-er Jahre entstanden weitere Wohnmaschinen von Le Corbusier und riesige Wohnblocks von anderen Architekten.

Inspiriert durch triviale Dispute in einem Luxus-Wohnblock nahe seines Elternhauses, schrieb J.G. Ballard 1975 seine Novelle „High Rise“, der unter dem gleichnamigen Titel ab 30. Juni (Regie führte Ben Wheatly) in die deutschen Kinos kommt. Roman und Film beschäftigen sich mit der Frage, was mit einem Menschen passiert, wenn er in einer „Wohnmaschine“ lebt; wenn er ein Leben inmitten vieler anderer Leben führt und er weder für den Einkauf noch für den Sport das gigantische Hochhaus verlassen muss. Im Film transportieren Production-Designer Mark Tildesley and Cinematographer Laurie Rose die unheimliche, kühle Atmosphäre in kalten Farben. Der State-of-the-Art-Wohnblock, der alle Annehmlichkeiten des Lebens bietet, löst in den Bewohnern den Drang nach Chaos und Zerstörung aus.

Den Trailer zum Film gibt es online unter: https://youtu.be/XYNCCtJ2LnQ

 

 

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