BAUKULTURGESPRÄCHE OSNABRÜCK: BERNHARD HERMKES – STAR DER NACHKRIEGSMODERNE

Baukultur prägt unsere Städte und Landschaften. Sie macht sie bunt, vielfältig und unverwechselbar. Das Unverwechselbare und Prägende in der regionalen Baukultur aufzuspüren, ist das Ziel der Baukulturgespräche Osnabrück. Die martini|50-Veranstaltungsreihe stellt den Umgang mit der gebauten Umwelt in den Fokus. Ein Mix aus Fachvorträgen und Diskussionen macht die Themenabende lebendig. Mitreden ist hier ausdrücklich erwünscht.

Am 19. Juni 2018 gehen die Baukulturgespräche in die nächste Runde. Im Felix-Nussbaum-Haus setzt Giacomo Calandra di Roccolino von der HafenCity Universität Hamburg mit einem Vortrag über den Hamburger Architekten Bernhard Hermkes die erfolgreich gestartete martini|50-Reihe der Baukulturgespräche fort. Beginn ist um 18:30 Uhr. Im Anschluss folgt eine Diskussion über regionale Bezüge und die Bedeutung von Baukultur.

Bernhard Hermkes gehört zu den bedeutendsten Architekten der Nachkriegsmoderne in Deutschland. Einflüsse aus den 1920er Jahren, aus Skandinavien und aus dem internationalen Stil prägen seine unverwechselbaren Handschrift. Hamburgs Grindelhochhäuser und eine Siedlung in Klein-Flottbek, zwei Wohnungsbauprojekte der 1950er Jahre, hatten Einfluss auf ganze Architektengenerationen. Mit der Großmarkthalle, der Kennedybrücke und dem geschwungenen Dach des Audimax der Universität in Hamburg hat Hermkes die Konstruktion und den bis dahin kaum bekannten Sichtbeton zusammengebracht und sich selbst ein Denkmal gesetzt.

Giacomo Calandra di Roccolino gilt als echter Hermkes-Experte. Während seines Architekturstudiums am Instituto Universitario di Architettura di Venezia verbrachte er ein Jahr in Berlin. Auch nach seinem Studium zog es ihn zurück nach Deutschland, wo er in Hamburg seit 2013 zum Gesamtwerk von Hermkes geforscht hat. Im Jahr 2017 veröffentlichte er mit der Publikation „Bernhard Hermkes. Konstruktion der Form“ die erste Biografie des Hamburger Architekten.

Langfristig sollen die Baukulturgespräche als kontinuierliches Format fortgeführt werden. Ziel des Formats ist es, die Öffentlichkeit für eine regionale Baukultur zu sensibilisieren und den Diskurs zu verstetigen. Die Veranstaltungen bieten zum einen bisher „Unbeteiligten“ einen Zugang zur regionalen Baukultur und stellen zum anderen für Baukulturinteressierte aus der Fachwelt eine Plattform zum Diskurs und Erfahrungsaustausch bereit. Die Veranstaltungsreihe wird im Rahmen der Landesinitiative „Baukultur in Niedersachsen“ vom Land Niedersachsen, Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz unterstützt.

Veranstaltungsort: Museumsquartier Osnabrück, Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück // 19. Juni 2018, Beginn 18.30 Uhr

Bild © Hagen Stier

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