MADRID WEITET DAS INNERSTÄDTISCHE FAHRVERBOT DRASTISCH AUS

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Die Stadtregierung in Madrid hat in der vergangen Woche weitreichende verkehrspolitische Pläne für die spanische Hauptstadt vorgestellt. Bereits ab November dieses Jahres werden alle Fahrzeuge, die nicht zu einem direkten Anwohner gehören, aus der Innenstadt verbannt. Ausgenommen sind Taxis, der öffentliche Nahverkehr und Lieferwagen bzw. Pkws mit Elektroantrieb. Zu diesem Areal gehören zwar viele kleine Gassen, die für Fahrzeuge schon immer zu eng waren aber auch bisher elementare Verkehrsachsen wie die berühmte Gran Via.

So drastisch die Pläne auch sind, wirklich überraschend kommt diese Ankündigung nicht. Madrid entwickelt seit einigen Jahren Konzepte um die Abgaswerte in der Innenstadt zu verbessern und die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern. Bereits 2005 wurde die erste „Resident-Zone“ in der Altstadt abgesteckt. Weitere kleine Areale folgten. Innerhalb dieser Flächen gilt seitdem ein Parkverbot für alle Fahrzeuge die keinem direkten Anwohner gehören aber nur in sehr wenigen Straßen auch ein Fahrverbot.

Die neuen umfassenden Pläne sollen nun endgültig Platz für alternative und umweltfreundliche Fortbewegungsmittel machen, die Innenstadt wieder atmen lassen und die vielen Autos auf die bereits bestehenden Umgehungsstraßen bzw. Autobahnen verdrängen.

Die Einführung wird schrittweise erfolgen. Ab dem 01.11.18 soll die Polizei stichprobenartig die Fahrzeuge an allen neuralgischen Punkten kontrollieren. Fahrzeughalter die sich nicht an die neuen Regeln halten, sollen aufgeklärt werden und ein Verwarngeld von 90 Euro in Aussicht gestellt bekommen. Ab Januar 2019 wird dann ein automatisch und selbstständig arbeitendes Kontrollsystem mit Kameras installiert. Sobald die Technik installiert ist, kostet jeder Verstoß ein Bußgeld von 90 Euro.

In ganz Europa tendieren Metropolen dazu eine mehr oder weniger vorsichtige Kehrtwende bei der Stadt- und Verkehrsplanung hinzulegen. Nachdem in den letzten Jahrzehnten unsere Städte eher autofreundlich gestaltet wurden, gelten mittlerweile verkehrsberuhigte Bereiche als Ausdruck von urbaner Lebensqualität. So plant zum Beispiel Oslo aktuell ein grundsätzliches Verbot von Autos in der City und London möchte seine wichtigste Einkaufsstraße so schnell wie möglich in eine Fußgängerzone verwandeln. Die größten autofreien Zonen (in m²) gibt es aktuell in Brüssel, München und natürlich Kopenhagen.

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via City Lab

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