NEUE ORTE BRAUCHT DIE STADT: KIEL AUF KURS

Neue Orte entstehen, wenn alte bauliche Zeitzeugen eine Zukunftsperspektive erhalten, etwa durch Umnutzung, Umbau und frische Ideen. Einzelne städtische Orte können dabei Entwicklungsimpulse auch für ihr Umfeld geben, ganze Quartiere aufwerten und damit einen Transformationsprozess in Gang setzen. In einem solchen Prozess befindet sich derzeit die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel. Trotz großer Kriegszerstörungen gilt es hier, die Identität einzelner Orte zu bewahren, und diese gleichzeitig an die aktuellen Bedürfnisse ihrer Bürger anzupassen.

„Zum ersten Mal arbeitet eine Werkstatt der Bundesstiftung Baukultur nicht nur in, sondern auch für konkrete Orte einer Stadt – und das mit dem unbefangenen, offenen Blick von außen“, erläutert Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, das Konzept.

Kiels Baudezernentin Doris Grondke freut sich auf die Premiere und ist „gespannt auf die Ergebnisse“. Grondke erhofft sich neue Impulse für die Stadtentwicklung: „Kiel ist eine Stadt mit viel Potential. Die Baukulturwerkstatt wird uns dabei unterstützen, Entwicklungsräume zu erkunden und alte Orte zu neuem Leben zu erwecken.“

Die Baukulturwerkstatt beginnt am Mittwoch, 4. Juli wahlweise mit einem geführten Stadtspaziergang durch die Kieler Innenstadt oder einer Bootsfahrt über die Förde. Im Stena Terminal am Schwedenkai erwarten die Teilnehmenden Vorträge sowie eine Podiumsdiskussion zur strategischen Stadtentwicklung mit Beispielen auch jenseits von Kiel.

Das Programm am Donnerstag, 5. Juli 2018 startet mit einer Ortsbegehung: Das Olympiazentrum Schilksee, die Festung Friedrichsort sowie der Universitätscampus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel stehen den Teilnehmenden zur Auswahl. Die Strategien zur Weiterentwicklung dieses baulichen Erbes aus verschiedenen Epochen sollen anschließend an Werkstatttischen diskutiert werden – auch hier mit dem Ziel, Anregungen für andere Städte zu geben.


Bundesstiftung Baukultur

Die Bundesstiftung Baukultur ist eine unabhängige Einrichtung, die für hochwertiges Planen und Bauen eintritt. Sie verfolgt damit das Ziel, die gebaute Umwelt als wesentlichen Faktor für Lebensqualität zu einem gemeinschaftlichen Anliegen zu machen. Durch Veranstaltungen, Publikationen und Kooperationen fördert die Stiftung den öffentlichen Diskurs über Baukultur und vernetzt Akteure miteinander. Alle zwei Jahre legt die Bundesstiftung Baukultur dem Bundeskabinett und dem Bundesparlament einen Bericht zur Lage der Baukultur in Deutschland vor.

Bild © Bodo Quante

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