KOSOVO: EMISSIONSFREIES ÖKO-DORF

In vielen Ländern steigt die Nachfrage nach einem nachhaltigen und alternativen Lebensstil seit einigen Jahren enorm an – das Bewusstsein hat sich geändert und viele Leute meinen: Man muss etwas gegen den Klimawandel unternehmen, um für künftige Generationen zu sorgen.

Auch im Kosovo hat sich dieses Bewusstsein geschärft. Die Lösung: Eine emissionsfreie Nachbarschaft in Pristina, der Hauptstadt des Landes.
Städte suchen schon seit einiger Zeit nach Strategien, um umweltfreundlichere Gemeinden zu erschaffen, anhand passiver Designs und recycelter Materialien, um die ausgestoßenen Emissionen zu reduzieren. Zurecht, wenn man sich die Zahlen ansieht: In diesem Jahr hatte die Menschheit schon am 1. August ihre Ressourcen für das gesamte Jahr aufgebraucht, in Deutschland wurde der Erdüberlastungstag sogar schon im Mai erreicht.

Nun also der Versuch, Lösungen in Architektur und Design zu finden. Diesen Schritt geht man im Kosovo ganz konsequent. Die kosovarische Organisation Architecture for Humans plant die „Zero Emission Neighborhood“, ein Öko-Dorf für die Bewohner in der Hauptstadt. Genauer erklärt, ist es ein Konzept für optimale Nachhaltigkeit für die gesamte Gemeinschaft durch emissionsfreie Gebäude, passive solare Designs, aktive Solarsysteme und energieeffiziente Bauten. Für die Planung wurden intensive Analysen und Untersuchungen durchgeführt, um die Folgen und Ursachen des Klimawandels für Wohngebäude und Familienökonomien zu beobachten und die Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität und des Gemeinschaftsgefühls in den Stadtvierteln zu bewerten.

Der Fokus liegt dabei auf der Wohnarchitektur der Gemeinde aufgrund des überhöhten Energieverbrauchs und Co2-Emissionen herkömmlicher Gebäude. Die Überlegung ist eine sehr sinnvolle: Die Gebäude sollen nicht mehr nur auf der Nachfrageseite des Energiesystems stehen, sondern auch daran mitwirken, auf einfache Weise Energie selbst zu erzeugen, um das nachhaltige Leben und die Gesundheit der Bewohner zu fördern. Das vorgeschlagene Modell stellt die notwendige Energie bereit, um den Energiebedarf der Familie zu decken, mit der Möglichkeit, in Zukunft eine Einnahmequelle zu werden.

Dass all dies in Pristina passieren wird, hätte man vor einigen Jahren noch nicht für möglich gehalten. Die Stadt erlebt nach vielen zerstörerischen Jahren des Krieges endlich einen langsamen, aber deutlichen Aufschwung in Sachen Wirtschaft und auch Architektur. Nach dem jüngsten Krieg vor etwa 20 Jahren hat die Regierung mit dem Bau vieler öffentlicher Parks und Alleen mit Bäumen, Blumen und Spielplätzen begonnen. Beschädigte Areale wurden wieder aufgebaut und in touristische Sehenswürdigkeiten umgewandelt. Gleichzeitig wurden auch neue, zeitgenössische Gebäude errichtet, die der Stadt einen besonderen Charakter verleihen.

Die Koexistenz und Toleranz der Religionen ist seit Jahrhunderten Teil der Hauptstadt der kosovarischen Kultur und hat neben ihrer privilegierten Lage ausländische Unternehmen und Familien angezogen, die sich in der dort niederlassen. Um ein besseres Leben für diese Bürger zu gewährleisten, hat die Regierung daran gearbeitet, den besten Lebensstil zu bieten. An dieses Bedürfnis knüpft Organisation Architecture For Humans durch die Zero Emission Neighborhood an.

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Renderings © Architecture For Humans

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