MITFAHRBÄNKE ALS ALTERNATIVES VERKEHRSMITTEL IN LÄNDLICHEN REGIONEN

Nicht nur in Deutschland liegt der Fokus der Menschen und der Politik vor allem auf den Städten und urbanen Ballungsgebieten. In den ländlichen Regionen schrumpft auch aufgrund des demografischen Wandels die Bevölkerung und immer mehr Dörfer liegen bereits brach. Aufgrund von anderen Prioritäten, fehlender Lobby und finanziell schlechte gestellten Kommunen werden diese Gebiete auch bei Infrastrukturprojekten zu wenig beachtet und zum Beispiel bei der Digitalisierung gleich ganz abgehängt. Für das alltägliche Leben aber genau so problematisch sind die Einschnitte beim öffentlichen Nahverkehr. Letzteres beschneidet den Handlungsspielraum beziehungsweise die Bewegungsfreiheit der wenigen jungen Menschen genau so stark wie den der vorwiegend älteren Bewohner.

In einigen Dorfgemeinschaften und Regionen will man diese Entwicklung nicht weiter hinnehmen und hat sich kurzfristig kreative Lösungen für eine bessere Mobilität der Menschen einfallen lassen. Eine besonders charmante Idee, ist die der Mitfahrbank.

Mitfahrbänke werden an wichtigen Bundes- und Verbindungsstraßen aufgestellt und sind normalerweise mit mehreren klappbaren Richtungsschildern ausgestattet, die einem vorbeifahrenden Autofahrer signalisieren, wohin die wartende Person mitgenommen werden möchte. Zur Überbrückung der möglichen Wartezeit, kann man einfach auf der Bank Platz nehmen. Anders als beim Trampen muss man keinen Daumen ausstrecken und sich nicht durchgehend den vorbeifahrenden Autos „anbiedern“. In fast allen ländlichen Regionen und Bundesländern werden die Mitfahrbänke bereits getestet. Das gesammelte Feedback ist sehr gut – verlässliches Material zu durchschnittlichen Wartezeiten und allgemeinen Nutzerzahlen gibt es aber noch nicht.

Trotzdem werden die Mitfahrbänke zum Beispiel in Schleswig-Holstein bereits vom Bundumweltministerium gefördert. In der Region rund um Flensburg sollen die Mitfahrbänke zum ersten Mal flächendeckend eingesetzt werden und die Menschen zum gemeinsamen schnacken und fahren einladen

Für die kleineren Städte und Kommunen sind die Mitfahrbänke also aktuell eine kostengünstige und umweltfreundliche Möglichkeit, den ein oder anderen dabei zu unterstützen, an sein Ziel zu gelangen. Das strukturelle Problem lösen Mitfahrbänke aber natürlich nicht.
_______________________________________________
Fotos: © Boben Op – Klima und Energiewende e.V

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.