BÜRGERENGAGEMENT RETTET KÖLNS BOTANISCHEN GARTEN

Die Kölner Flora – das ist eine 11,5 Hektar große Gartenanlage im Norden Kölns, die 1864 nach Entwürfen von Peter Josef Lenné eröffnet wurde, als Ersatz für den alten Botanischen Garten am Kölner Dom. Eine Besonderheit: Der Garten ist komplett von Kölner Bürgern finanziert worden. Und sie sind es auch, die jetzt wieder aktiv werden: Seit den 70er Jahren verfällt die Anlage zunehmend, man hat sogar die Schließung in Erwägung gezogen. Deshalb haben sich tatkräftige Bürger als „Freundeskreis Botanischer Garten Köln“ zusammengetan, um sich für eine Erneuerung der Gewächshäuser zu engagieren. Jetzt wird die Planung umgesetzt: Der „Freundeskreis“ hat sich dazu Königs Architekten (Köln) ins Boot geholt. Bauherrin ist die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln. Der Spatenstich fand im vergangenen November statt, nachdem die Planung mehrere Monate aufgrund von Komplikationen  unterbrochen werden musste.

Die Entwürfe sehen ein großes und ein kleines Tropenhaus, ein Wüstenhaus mit tropischem Baumkronenweg sowie einen Wüstencanyon vor – sie werden die Vorgängerbauten weit überragen. Das große Tropenhaus soll 16 Meter Höhe umfassen – hier werden die Besucher auf mehreren Ebenen sogenannte Lernlandschaften vorfinden, die ihnen ökologische Zusammenhänge aufzeigen sollen.

Die Architekten Ilse und Ulrich Königs, die vor allem durch ihre Kirchenbauten bekannt geworden sind, wollten den neuen Gewächshäusern eine zugleich moderne und klassische Konstruktion verpassen. Wichtig war ihnen dabei auch, dass bei möglichst geringem Materialeinsatz ein maximaler Sonnengewinn erreicht wird. Herausgekommen ist eine Schalenkonstruktion mit parabelförmigen Bögen, die einen stützenfreien Innenraum ermöglicht. Die Orangerie wird in einen neuen Rundgang integriert. Hier soll in Zukunft auch Raum für wechselnde Ausstellungen geboten werden.

Die Kosten umfassen nach derzeitigem Stand etwa 11,4 Millionen Euro.

Vor dem Abriss des alten Bestands wurden Vertreter von 5000 Pflanzenarten in drei Ersatzquartieren untergebracht. 2022 sollen die neuen Gewächshäuser fertiggestellt und an den Botanischen Garten übergeben werden: Es werden sich dort bis zu sechs Meter hohe Aloen, Kakteen und Orchideen befinden, die momentan an ihrem alten Standort höchst gefährdet sind. Wieder einmal ein Beweis dafür, wie weit man mit bürgerlichem Engagement kommen kann und wie wichtig es für die Entwicklung einer Stadt ist!

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Bilder: Königs Architekten – Köln

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