DAM PREIS 2019 GEHT AN DRESDNER KULTURPALAST

Der diesjährige Preis des Deutschen Architekturmuseums 2019 zeigt einmal wieder, wie facettenreich architektonische Arbeit sein kann – und wie schwer es ist, das „beste“ Gebäude des Jahres auszuzeichnen, denn die Auswahl guter Bauten war wie immer breit gefächert und zahlreich.

In diesem Jahr ist die Auszeichnung jedoch nicht nur auf die Würdigung von Architektur beschränkt: Es wurde außerdem die Kulturpolitik von Gebäuden in den Fokus gerückt. Überzeugen konnten dabei gmp Architekten von Gerkan Marg und Partner mit ihrer Modernisierung des denkmalgeschützten Kulturpalasts in Dresden.
Der Umbau war kein leichtes Unterfangen: Es war zum einen eine Herausforderung, den Denkmalwert des aus dem Jahre 1969 stammenden Hauses, das von Wolfgang Hänsch gestaltet wurde, beizubehalten. Zum anderen musste es auch den Anforderungen der Philharmonie entsprechen. Um alldem gerecht zu werden, haben die Architekten den großen Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie neu entworfen. Die Sitzplätze sind terrassenförmig angeordnet und können rund 1800 Besucher beherbergen. Es sind außerdem die Zentralbibliothek und das Zentrum für Baukultur ins Haus eingezogen – von außen hat sich gar nicht so viel verändert, die Fassaden wurden vor allem modernisiert und energetisch saniert. Die drei Hauptnutzer – Philharmonie, Zentralbibliothek und Kabarett „Herkuleskeule“ – formen nun  ein stimmiges Miteinander, indem sie Kultur, Bildung und Unterhaltung verbinden. Der Kabarettsaal befindet sich unter dem Konzertsaal und wird von den Räumlichkeiten der Bibliothek optimal umschlossen. Es erinnert aber immer wieder auch einiges an den alten Bestand, wie der Rot-Ton der textilen Oberflächen, der sich im wahrsten Sinne des Wortes wie ein roter Faden durch den Bau zieht.

Dresden hat mit dem Kulturpalast einen Konzertsaal von internationalem Rang erhalten, der außerdem Bildung und Kultur vereint – er fungiert als Ort der Begegnung und des Austauschs für interessierte Bürger.

Der Bau ist fußläufig von der rekonstruierten Frauenkirche zu erreichen. Er vereint unterschiedliche historische sowie ästhetische Epochen. Im Deutschen Architektur Museum in Frankfurt am Main ist noch bis zum 21. April die Ausstellung zum Preis zu sehen.

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Fotocredits © Christian Gahl / gmp Architekten

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