IDEE DER WOCHE: WIE DIE VERPACKUNG ZUR PFLANZE WIRD

Die Suche nach der bestmöglichen Lösung, um Abfälle zu recyceln, geht immer weiter. Der griechische Designer George Bosnas war der Meinung, dass der traditionelle Abfallwirtschaftsprozess zu energieintensiv und kostspielig ist – es sei zu aufwendig und teuer, alle anfallenden Materialien zu verarbeiten und in einem langwierigen Prozess wieder nutzbar zu machen. Als Antwort darauf hat er eine fantasievolle, aber definitiv nachhaltige Alternative zum klassischen Eierkarton gefunden – den Biopack. Die innovative Verpackung besteht aus geklärtem Papierzellstoff, Mehl, Stärke sowie – Herzstück der Idee – biologischem Saatgut. Die vier Eier, die darin Platz finden, sind umhüllt von dem dicht gepackten Material, das sie sicher vor dem Zerreißen schützen soll.

Nun kommt der Clou: Die Packung wird nach dem Gebrauch der Eier nicht weggeworfen oder gar recycelt: Die Benutzer sollen sie einpflanzen und gießen. Dadurch können nämlich die Hülsenfrüchte, die in der Box stecken und darauf warten, wachsen zu können, anfangen zu sprießen.

Bosnas schafft damit eine Verpackungsalternative, die nicht recycelt werden muss, um der Umwelt noch mehr zu nützen. Warum gerade Hülsenfrüchte? Diese steigern die Bodenfruchtbarkeit, da sie in der Lage sind, Luftstickstoff durch ihre Wurzelknöllchen zu binden. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auf die Kombination aus Karton und Hülsenfrüchten als Verpackung des Biopacks. Es ist ein unmittelbarer Nutzen für die Umwelt ohne den langen Recyclingprozess vieler Produkte durchlaufen zu müssen – ganz nach dem Motto Buy – Use – Plant – Repeat. Die Verpackungsidee gewann bereits den Young Balkan Designer-Preis 2019 für Kreislauf-Design.

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Fotos © George Bosnas

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