CHINA: MINI-KINDERGARTENDORF FÜR LÄNDLICHE GEBIETE

Als Teil der Initiative der lokalen Regierung ist im Dorf Beisha in China ein Kindergartendorf entstanden, um den Mangel an Vorschulbildung zu beheben, der sich in vielen ländlichen Gebieten Chinas manifestiert hat. Gebaut wurde eine Gruppe hausähnlicher Strukturen, die um einen großen Platz herum zentriert sind. Für das Studio Crossboundaries mit Sitz in Peking und Frankfurt war die Suche nach der geeigneten Größenordnung des Komplexes der entscheidende Ausgangspunkt für das Designs des Miniaturdorfs: Die verkleinerte Größe soll den Kindern ein Gefühl von Vertrautheit vermitteln.

Gleichzeitig wollen die Architekten den Kindern eine Neuheit bieten und ihre Neugierde wecken. Es ist eine deutliche Alternative zu den häufig homogenen Designs vieler Vorschulbauten städtischer Gebiete – ein solcher abgeschirmter Bau würde nicht in die ländliche Umgebung Beishas passen. Das Kindergartendorf ist umgeben von weitläufigen Ebenen und grünen Wäldern. Von den oberen Etagen haben die kleinen Abenteurer auf Erkundungsplattformen aus den perfekten Blick auf die umliegende Landschaft, in der sie immer etwas Neues entdecken können.

Die „Klassenzimmer“ bestehen hier aus einer Mischung von einzelnen ein- bis zweistöckigen Blöcken. Einige größere, separate Blöcke enthalten Büro-, Kantinen- und Krankenzimmer. Sie bestehen aus einer Kombination aus recyceltem Ziegel und weißem Putz, die bei den kleinen Bauten jeweils etwas anders angeordnet ist, um ihnen ein unterschiedliches Aussehen zu verleihen. Dies wird durch die variierenden Dachneigungen noch verstärkt, was die Silhouetten der Häuser belebt.

Große Fenster in den oberen Stockwerken sowie kleine Öffnungen zum Innenhof hin bieten viele Sichtverbindungen zwischen den einzelnen Bauten. Oberlichter sorgen für ausreichend natürliches Licht, was den Kindern beim Malen, Spielen oder Basteln zu Gute kommt. Im Erdgeschoss sind die Bauten durch Glasflure verbunden, die den zentralen Innenhof umschließen.

Es ist ein Trend, der sich weltweit immer stärker zeigt. Viele Kindergartenprojekte versuchen, ein großes, einzelnes Hauptgebäude in eine Sammlung von kleineren Einheiten aufzubrechen, die Außenräume miteinbeziehen, wie beispielsweise auch in Vietnam oder Frankreich. Somit wird das Wohlbefinden der Kinder gesteigert und eine direkte Verbindung zur Natur drum herum geschaffen.

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Fotos © Wu Qingshan, HaoHongyi, Mini Liu

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