BEGRÜNTE MIKROHÄUSER IN AYLESBURY SOLLEN PROBLEMBEZIRK TRANSFORMIEREN

In der englischen Stadt Aylesbury hat das Architekturstudio Raser Brown MacKenna Architects (FBM) kürzlich die Baugenehmigung für ein innovatives Wohnprojekt erhalten: Dort wird bald eine Siedlung mit sieben je 26,2 Quadratmeter großen Mikrohäusern in Schiffscontainern entstehen. Diese Schiffscontainer sind nicht nur aufgrund ihrer bunten Farben schön anzusehen, sondern haben zudem auch noch begrünte Dächer, die optisch sowie ökologisch ihren Nutzen erfüllen.

Ziel des Projekts ist es, erschwingliche Wohnungen in einer eigentlich beliebten Gegend nahe des Stadtzentrums zu schaffen, die aber im Moment kaum genutzt wird. Aktuell stehen dort 39 Garagen, von denen 22 ungenutzt sind – das Gelände gilt als Problembezirk. Das wollen FBM-Architects nun ändern – sie wollen ein kleines, umweltfreundliches und modernes Quartier entwickeln, welches das Gemeinschaftsgefühl seiner Bewohner stärken und im Umkehrschluss die in vielen Städten herrschende soziale Isolation verringern soll. Sie wollen das Gelände in eine „Heimat-Zone“ verwandeln. Das Projekt ist Teil einer Reihe von Regenerationsplänen für ungenutzte Grundstücke des Val of Aylesbury Housing Trust.

Mit ihrer geringen Größe passen die sieben Mikrohäuser in jeden Schiffscontainer und sind zudem eine beliebte Konstruktion, die sich schnell, flexibel und kostengünstig aufbauen lässt – nicht zuletzt durch die hohe Verfügbarkeit und Modularität der Schiffscontainer. Die Häuser bestehen aus einem kleinen Schlafzimmer im hinteren Teil sowie Wohn- und Küchenbereich an der Vorderseite als Herzstück des Baus. Sie umfassen zudem ein separates Bad und begrünte Vordächer an beiden Enden des Hauses. Die geplanten Sedumdächer, ein Gründachsystem aus einer Decke vorgewachsener Sedumpflanzen, werden jedes Containerhaus überragen. Die Wände, Dächer und Böden der Transportbehälter werden isoliert, ebenso wie die Doppelverglasung an beiden Enden, um Emissionen und Heizkosten niedrig zu halten.

Die Container sollen in einer Terrassenformation angeordnet werden, wobei darauf geachtet wird, dass jedes Haus einen privaten, gedeckten Bereich an der Vorderseite bietet. Aufgrund von Planungseinschränkungen dürfen nur eingeschossige Häuser gebaut werden; da die Schiffscontainer jedoch stapelbar sind, könnten an anderen Standorten auch mehrstöckige Konstruktionen entstehen.

Vor Ort finden die zukünftigen Bewohner auch Fahrradstellplätze und eine Gemeinschaftseinheit mit Waschsalon. Gras und Bäume werden rund um das Areal gepflanzt. Farbige Asphalt- und geometrische Pflasterungen um die Bebauung herum werden den Wandel des Gebietes markieren und dem Wohnbauprojekt eine unverwechselbare Identität verleihen.

Vermietet werden sollen die Mikrohäuser als Sozialwohnungen oder an Studenten – durch die Verwendung der recycelten Schiffscontainer können die Mietkosten gering gehalten und andererseits die Wiederverwendung vorhandener, ungenutzter Strukturen gefördert werden, was einen großen ökologischen Nutzen birgt.

In der Vergangenheit nutzte das Studio die Schiffscontainer unter anderem auch schon für ein Pop-Up-Café an der Kingston University. Die Nutzung der Container erfreut sich seit einigen Jahren an steigender Beliebtheit: In London ist im Moment das höchste Schiffscontainer-Gebäude weltweit von Patalab Architecture geplant, das neun Stockwerke umfassen soll. In Edinburgh soll bald ein großer Veranstaltungsraum aus gestapelten, leuchtend roten Containern entstehen.

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Renderings © FBM Architects

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