IDEE DER WOCHE: URBANES FAHRRADNETZ FÜR NEW YORK

New York ist nicht gerade als Fahrradstadt bekannt: Laut, voll und vor allem verstopft kennt man die Straßen des Big Apple, auf denen man sich neben LKWs und Hop-On-Hop-Off-Bussen auf dem Rad entlangschlängeln muss. In den vergangenen Jahren gab es zwar immer wieder Versuche, die das Radfahren in der Stadt attraktiver machen wollten, aber so richtig gefruchtet haben die wenigsten.

Bürgermeister Bill de Blasio setzt sich schon seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 für „Vision Zero“ ein: Er will den CO2-Ausstoß nach und nach in allen Bezirken der Stadt reduzieren. Der Bau neuer und sicherer Fahrradwege im Rahmen dieser Initiative hat sich dabei allerdings als sehr langwierig und wenig innovativ herausgestellt.

Aus diesem Grund hat das Ingenieursbüro Buro Ehring nun neue Pläne vorgestellt, die wirklich etwas an den radunfreundlichen Umständen ändern sollen: Sie sehen ein Radwegnetz vor, das ganz New York einbezieht. Das Projekt namens „CycleNYC“ ist noch rein spekulativ, die Pläne aber ernst gemeint.

Buro Ehring ist ein lokales Studio, das sich auf die Fassaden und Strukturen von Gebäuden sowie deren Fertigung spezialisiert hat. Nun hat sich das Büro ein New York der Radfahrer vorgestellt, in dem seine Bewohner unter der Brooklyn Bridge entlang radeln können, statt darauf. Ein New York mit einem von Bäumen gesäumten, erhöhten Radweg über der Canal Street sowie einer autofreien 31. Straße, die sich ausschließlich den Fußgängern der Stadt widmet.

Die vorgeschlagenen Verbesserungen von Buro Ehring könnten dazu beitragen, die oftmals sehr langen Pendelzeiten in der Stadt zu verkürzen, die Radfahrer von den Fahrzeugen auf den Straßen zu trennen und vor allem die Luftqualität enorm zu steigern. Insbesondere aber würden sie die Freude am Radfahren in die Metropole bringen.

Ihre Vorschläge sind nicht unrealistisch oder übertrieben – eher umgekehrt scheinen einige der Ideen einfach umsetzbar. Bei den meisten potentiellen Umsetzungen würde das Büro aber definitiv Unterstützung von den Stadtbehörden, lokalen Gemeindeverbänden, anderen Designern sowie alternativen Verkehrsbetreuern benötigen.

Wichtig ist dem Buro Ehring neben Aspekten der Nachhaltigkeit auch eine verbesserte Konnektivität zwischen den Bezirken der Stadt. Die Planer wollen vor allem bestehende Infrastrukturen nutzen und darunter oder darüber Radwege ergänzen, um neben den Straßen für Autos den Bewohnern auch eine grüne Alternative zu bieten. Diese Wege zu errichten, wäre der bauintensivste Teil des Projekts, vor allem über den verkehrsreichsten Ost-West-Korridoren der Stadt wären sie wichtig. Von Nord nach Süd ist das Radnetz schon recht gut ausgebaut.

Stark frequentierte Achsen der Stadt können so durch Radwege über der Straße entlastet werden. Ähnliche Entwicklungen hatte es auch in der Vergangenheit schon in London von Foster + Partners gegeben. So könnte beispielsweise auch die 31. Straße als langer, begrünter Fußgängerweg zurückgewonnen werden.

Eine weitere Entwicklung wäre in diesem Rahmen ein Radweg unter der Queensborough Bridge in Richtung Roosevelt Island, wodurch sich der Weg für viele Pendler verkürzen würde, die zu Fuß unterwegs sind und auf dieser Strecke zwangsläufig über Queens erst ihren Zielort erreichen können, was sie viel Zeit kostet. Auch Randbezirke sollen in die Planung miteinbezogen werden, um die komplette Stadt um ein Radfahrnetz zu bereichern.

Die Verbesserung der Luftqualität wäre nicht das einzige Bestreben der Pläne nach mehr Umweltbewusstsein: Die Planer haben vor, für den Bau der Grünflächen titanbeschichtete Paneele zu verwenden, die Atemschadstoffe absorbieren sowie selbstreinigende Regenschutzscheiben einzusetzen.

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Renderings © Buro Ehring

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