GERHARD JAROSCH: INVESTIEREN IN ZUKUNFTSFÄHIGE IMMOBILIEN

© SKAPA Invest

In einer Welt des demografischen Wandels, der Digitalisierung, der Mobilitätswende und nicht zuletzt der Forderung nach einer Energiewende im Angesicht der Klimakrise müssen alle Beteiligten sowohl die ökologischen als auch die gesellschaftlichen Belastungen verringern und positive Einflüsse bestärken. Anleger erkennen und nutzen in zunehmendem Umfang die Möglichkeiten, mit ihrem Kapital gesellschaftlich oder ökologisch positive Prozesse zu fördern – durch gezieltes Impact Investing. So gibt laut Umfrageergebnis des Bundesverbands deutscher Banken vom Dezember 2020 über ein Drittel der Anleger (35 Prozent) an, aktuell tatsächlich auch in nachhaltige Geldanlagen investiert zu haben.

Globale Nachhaltigkeitsziele und Immobilien

Im Mittelpunkt des Impact Investings, der wirkungsorientierten Geldanlage, steht das Konzept der Nachhaltigkeit. Dies meint, alle Arten von wirtschaftlichen Aktivitäten so zu gestalten, dass sie die Lage der heute lebenden Menschen deutlich verbessern und gleichzeitig die Lebensgrundlagen kommender Generationen nicht gefährden. Die konkrete Ausgestaltung dieser Zieldefinition wurde 2015 von den Vereinten Nationen durch die Sustainable Development Goals (SDGs) geleistet. Diese umfassen 17 übergeordnete sowie 169 Unterziele. Sie benennen konkret unter anderem die Bekämpfung von Armut und Hunger, Bildung für alle, Klima- und Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Gesundheitsversorgung. Die Nachhaltigkeitsziele schaffen so den Rahmen einer umfassenden sozialen und ökologischen Vision. Speziell der äußerst heterogenen Immobilienbranche bieten sie außerdem die Möglichkeit eines Schulterschlusses entlang der gesamten Immobilienwertschöpfungskette. So können beim Impact Investing im Immobiliensektor verschiedene Nachhaltigkeitsziele mit entsprechendem Wirkungspotenzial identifiziert werden, etwa:

Ziel 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Das Wirtschaftsgut „Immobilie“ hat, neben seiner enormen volkswirtschaftlichen Bedeutung, einen wesentlichen Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt. Immobilien bilden das prägende Umfeld in allen Lebensbereichen – zu Hause, auf der Arbeit, in der Freizeit. Indem wir funktionierende, sichere, ressourcenschonende, lebenswerte und komfortable Gebäude schaffen, fördern wir das Wohlergehen der Menschen, der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Natur.

Ein aktuelles Beispiel eines Impact Investments im Immobiliensektor ist das Seniorenzentrum Freigericht in Hessen. © wob gruppe

Ziel 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

Gebäude – ob gewerbliche Immobilien oder Wohnimmobilien – benötigen im gesamten Lebenszyklus Rohstoffe und Energie. Um den globalen Temperaturanstieg auf unter 2 Grad zu begrenzen, beschreibt das Energiekonzept der Bundesregierung unter anderem bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand. Diese Herausforderung muss die Immobilienwirtschaft annehmen, etwa durch den Einsatz energieeffizienter Technologien, ressourcenschonende Baukonzepte, Verfahren und Materialien, integrale Planungsprozesse, Gebäudeautomation, usw.

Inzwischen bieten fast alle Anlageklassen die Möglichkeit zum Impact Investment. Neben öffentlich gehandelten Formen wie Aktien, Rentenpapieren und Investmentfonds gibt es auch die Möglichkeit, sich mit Kapital an wirkungsorientierten Immobilieninvestments zu beteiligen, etwa in seniorengerechten Wohnraum oder in die Energiewende im Gebäudesektor. Experten erwarten, dass die Nachfrage nach wirkungsorientierten Kapitalanlagen in Zukunft weiter stark zunehmen wird. Verbindet doch diese Geldanlage ökonomische, ökologische und soziale Zielsetzungen. Anleger erhalten dadurch die Chance, Einfluss auf die Gestaltung von Gesellschaft, Umwelt und Klima auszuüben, ohne dabei auf eine angemessene Verzinsung ihres Kapitals verzichten zu müssen.

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Gerhard Jarosch

ist seit Februar 2021 Geschäftsführer der SKAPA Invest GmbH. Unter seiner Führung wird sich SKAPA Invest weiter für nachhaltige Investmentprojekte einsetzen. Zum einen sind sogenannte Social Impact Investments gefragt denn je. Zum anderen gilt: Je mehr Anleger in nachhaltig ökologische oder soziale Projekte investieren, desto mehr Initiativen entstehen, um Zukunft aktiv mitzugestalten.

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