POP-UP PUBLIC SPACE IN FOSNAVÅG ALS PARTIZIPATIONSINSTRUMENT

Die Architekturbüros karres-brands und Ghilardi+Hellsten haben die Weiterentwicklung der norwegischen Küstenstadt Fosnavåg geplant. Fosnavåg ist eine der wichtigsten Fischerorte entlang der Westküste und zudem die Haputstadt der Herøy Region. Die städtische Neuentwicklung konzentriert sich darauf für große Schiffe eine bessere Vernetzung zur See zu schaffen – außerdem soll das Stadtzentrum verdichtet und der historische Binnenhafen neu definiert werden. Durch die Planung des niederländischen Büros karres+brands und Ghilardi+Hellsten Arkitekter aus Norwegen entstehen neue öffentliche Räume, die verschiedene Teile der Stadt mit der umliegenden Landschaft verknüpfen.

Als Anstoß zur Gesamtentwicklung haben die beiden ausführenden Büros einen kleinen Parkplatz in einen öffentlichen Pop-up Raum zum Entspannen und Genießen für die Bewohner von Fosnavåg transformiert. Typische Objekte vom Hafen, wie Fischkisten oder Picknick-Bänke wurden neu interpretiert und in diesem Zuge zu Übertöpfen für Bäume und Blumen, zu temporären Beeten, zu Sitzgelegenheiten und zu Oasen zum gemeinsamen Verweilen. Innerhalb eines lokalen Workshops, in dem vorrangig Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt beschäftigt werden, wurden Picknick-Bänke vom Hafen abgeändert und für den neuen öffentlichen Raum modifiziert. Das im Zuge der Planung entstandene Stadtmobiliar animiert Jung und Alt zu ganz neuen Nutzungsmöglichkeiten. Ein verspieltes Muster auf dem Asphalt macht den Raum in einer ganz anderen Perspektive wahrnehmbar und lädt Kinder zum Fahrradfahren, Skaten und Spielen ein. Lokale Geschäftsinhaber haben sich in den Planungsprozess eingebracht, indem sie Spielgeräte und spielerische Elemente für den öffentlichen Raum gespendet haben.

Um die Bürgerinnen und Bürger über die zukünftige Entwicklung zu informieren wurden Interviews und Exkursionen durchgeführt. Diese dienten vor allem auch dazu die Wünsche und Ideen der Menschen zu erfahren, in den weiteren Planungsprozess mit einbezogen werden. Der in Fosnavåg entstandene temporäre öffentliche Raum ist ein entscheidender und wichtiger Weg, um Anwohner in die Diskussion über die Neuentwicklung ihrer Stadt und der öffentlichen Räumen einzubeziehen.

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