ARCHITEKTUR ALS SYMBOL DER UNTERNEHMENSKULTUR

Seit seiner Gründung vor acht Jahren hat sich das Unternehmen Zalando zu einem der größten Online-Shops in Deutschland entwickelt. Zeit also, den nächsten Schritt zu gehen. Bereits 2015 konnte sich das Münchner Architekturbüro HENN mit seinem Entwurf in einem geladenen Wettbewerb für das neue Headquarter durchsetzen. Seit Anfang September wird nun auch offiziell gebaut. Obwohl Headquarter-Architektur kein fester Stilbegriff ist, zeigt er dennoch das klare Bild einer Baukultur auf: Die oft lieber breiten als hohen, voluminösen Glasbauten haben meist stark ausformulierte Eingangssituationen. Nicht selten laden gläserne Drehtüren in schöne neue Office-Welten ein. Die neue Zalando-Zentrale liegt im Berliner Stadtteil Friedrichshain zwischen Mercedes-Benz Arena und dem Nachtclub Berghain. Das Ensemble aus zwei siebengeschossigen Neubauten, bietet rund 42.000 m2 Bürofläche auf der alle bisher verstreut liegenden Einzelstandorte zusammengefasst werden. Künftig sollen hier bis zu 5000 Mitarbeiter Platz finden. Als Ausdruck für die „Vielfalt der Unternehmens“ changiert die Fassade zwischen Transparenz und Opazität. Weiterer Clou: Für das neue Headquarter kehrte HENN die klassische Berliner Blockrandbebauung um. Dementsprechend rücken die Innenhöfe an die Außenkanten der Grundstücke, so dass sich die Bürobauten mit ihren breiten Flügeln zur Straße öffnen. Im Inneren des größeren der beiden Gebäude ist ein Atrium geplant, das sich über alle sieben Etagen zieht. Die zentrale Lobby wird von einer Treppe mit Sitz- und Lounge-Bereichen flankiert. Im Erdgeschoss befinden sich eine Kantine und ein Auditorium. Die gesamte räumliche Organisation ist auf Kommunikation und Interaktion ausgerichtet. Einzelne Büros werden zu „neighbourhoods“ gruppiert. Hier finden sich auch Gemeinschaftsräume und „meeting points“. Die einzelnen „neighbourhoods“ werden über „catwalks“ verbunden. Die räumliche Organisation steht für den „multidisziplinären Charakter des Arbeitsalltags bei Zalando“, so HENN. Die Münchner Architekten formulieren damit ein weiteres Merkmal des Headquarter-Stils: Architektonische Formen und Strukturen werden zum Symbol der Kultur des Unternehmens. Die Fertigstellung des etwa 100 Millionen Euro teuren Baus ist für Spätsommer 2018 geplant.

Alle Bilder © HENN

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