FLIESSENDE FORMEN IN MIAMI // WOHNTURM VON ZAHA HADID ARCHITECTS

In den vergangenen Jahren hat Miami sich zu einem wichtigen Zentrum für Architektur und Design entwickelt. Einige der größten und bekanntesten Namen, darunter OMA, Herzog de Meuron und Renzo Piano, arbeiten derzeit an Projekten, die in Planung oder aber kurz vor der Fertigstellung stehen. Dazu zählt auch das „1000 Museum“ der Zaha Hadid Architects – ein Wohnturm mit insgesamt 66 Etagen, von dem derzeit 25 Geschosse im Rohbau fertiggestellt sind. Architektonisch spannend ist das Projekt, das seinen Standort gegenüber dem Pérez Kunstmuseum Miami hat, vor allem wegen seiner einzigartigen Exoskelet-Struktur, die in rund 5000 Einzelstücken aus Dubai importiert wird.

Mit Design entspricht das „1000 Museum“ dem Stil von Zaha Hadid – den sie selbst als fließend oder sogar kinetisch bezeichnet: Fließende Linien umgeben das Gebäude, säulenförmige Geraden in der Nähe des Sockels treffen sich an den Ecken und helfen, die enormen Windlasten zu tragen, die immer wieder in Miami auftreten. Mit den tragenden Elementen an den Außenseiten des Wohnturms stehen die innen Stockwerke nahezu frei und erlauben maximale Freiheit bei der Einteilung der Wohnungen und Räume.

Während es in den unteren beiden Dritteln je zwei Einheiten pro Etage geben wird, sind für das obere Drittel einzelne Einheiten geplant, die sich über die volle Größe erstrecken. Dabei bedeuten die geschwungenen Linien des Exoskeletts, dass der Grundriss auf jeder Etage zwangsläufig etwas anders ist als auf der vorhergehenden.

Die obersten beiden Wohnetagen sollen von einem Penthouse besetzt werden, das letzte Stockwerk wiederum verfügt über Freizeit- und Wellnessbereiche sowie eine Veranstaltungsfläche.

Mit seinem Design soll der Wohnturm ein Beispiel für eine fließende Architektur im Hochhausbau sein und gleichzeitig dessen Grenzen ausloten. Dabei geht es Zaha Hadid vor allem darum, die Dynamik der Struktur in einem integrierten Ganzen auszudrücken und gleichzeitig die übliche Anordnung eines Turms auf einer ruhenden Basis zu vermeiden.

Für Zaha Hadid, geboren 1950 in Bagdad und 2004 als erste Frau mit dem Pritzker-Architektur-Preis geehrt, ist der Wohnturm mit seinen Dimensionen und seiner Größe eine Premiere. Seine geplante Fertigstellung 2018 wird sie allerdings nicht mehr erleben, sie starb Anfang März dieses Jahres in Miami.


 

Copyright: Zaha Hadid Architects

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