AFRICAN DESIGN CENTRE // BAUEN FÜR DIE ZUKUNFT

Vergangenen Herbst gründete das amerikanische Architektur- und Designbüro MASS Design Group in der ruandischen Hauptstadt Kigali das erste African Design Centre. Hier sollen Studierende lernen, wie aus heimischem Material, ressourcenschonend und traditionsbewusst gebaut werden kann.

Die Motivation zur Entwicklung des ersten ADC liegt in der Biographie von Mitbegründer Christian Benimana: Als er damals Architektur studieren wollte, gab es keinen passenden Studiengang in seinem Land. In seiner Muttersprache existierte nicht einmal ein Wort für „Architektur“. Er ging nach Shanghai, schloss das Studium ab und arbeitete bei MASS. Mit den ADCs besteht nun die Möglichkeit, das Bauverständnis auf dem afrikanischen Kontinent zu revolutionieren und eigene Fachkräfte auszubilden. Ein wichtiger Fakt vor dem Hintergrund der Entwicklungsprognosen: Bis 2050 wird Afrikas Bevölkerung von bisher 400 Millionen auf über eine Milliarde Menschen anwachsen. Benimana sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wenn wir ignorieren, wer die afrikanischen Städte baut und wie, werden wir neben erheblichem Wissensverlust auch eine stärkere wirtschaftliche Ungleichheit und eine katastrophale Entwicklung im Gesundheitswesen zu spüren bekommen.“
Dem kigalischen Prototypen sollen in den kommenden zehn Jahren weitere ADCs folgen- eins in Kapstadt und eins in Accra. Zunächst wird eine weiterführende Ausbildung angeboten, die auf Bachelor-Abschlüsse in zum Beispiel Architektur, Landschaftsarchitektur oder Ingenieurwesen aufbaut. Später ist geplant, ein umfassenderes Aufbaustudium anzubieten, das mit einem Master abgeschlossen werden kann.

Bild © ADC

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