COFUFUN // IM SINNE DES ÖFFENTLICHEN

Das Design-Studio nendo widmet sich normalerweise eher kleinteiligen Installationen, Möbeln oder Alltagsprodukten aller Art, die den Menschen mit ihrer Schönheit und künstlerischen Raffinesse ganz besondere Momente bescheren. Mit ihrem Masterplan für den Vorplatz am Hauptbahnhof der japanischen Stadt Tenri hat nendo nun die Gestaltung im größeren Maßstab gewagt und öffentlichen Raum designt.

6.000 m2 umfasst das neu geplante Gebiet. Der Entwurf beinhaltet Fahrradverleihsysteme, ein Café, Shops, einen Info-Point, einen Spielplatz, eine Freiluftbühne und Raum zum sozialen Austausch. Ziel des Projektes war es vor allem, die lokale Gemeinschaft zu fördern und wiederzubeleben. Die Bereitstellung von Räumen für Veranstaltungen, Freizeitaktivitäten und Anwohner sollen dabei helfen.

Die Stadtgrenzen von Tenri sind geprägt von einer nicht unbeachtlichen Anzahl antiker japanischer Grabstätten, besser bekannt als „Cofuns“. Die „Cofuns“ sind wunderschön und unverwechselbar, aber mischen sich stark in die städtischen Räume und das tägliche Leben der Bewohner Tenris. Auch der Bahnhofplatz ist punktuell von verschiedenen Cofuns geprägt.

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Ein öffentlicher Raum für Anwohner und Besucher Tenris © Takumi Ota

Bei ihrem Entwurf haben sich die Designer auf die runden Strukturen der Cofuns berufen und viele zueinander passende Bauteile mit einer vorgefertigten Form gegossen, die übereinander gestapelt an eine überdimensionale Pizza erinnern. Indem die Bauteile alle gleich sind, konnten die Kosten entsprechend niedrig gehalten werden. Hinzukommt, dass durch die Form der Bauteile, die Bebauung großer Räume gänzlich ohne Stahlstützen oder Träger erfolgen kann. Die Bauteile wurden einfach mit großen Kränen vor Ort übereinander gestapelt und garantierten dennoch hohe Stabilität.

Durch die Stapelung der scheibenartigen Bauteile entstehen faszinierende Baukörper mit unterschiedlichen Höhen im öffentlichen Raum. Sie können als Treppe genutzt werden, als Sitzgelegenheiten, als überdimensionale Bänke oder als Tribünen. Sie ermöglichen Rückzugsorte zum Verweilen und Lesen und lassen die Besucher in ihr Innerstes.

Der Name des Platztes „CoFuFun“ vereint das Design-Motiv „Cofun“ mit dem umgangssprachlichen, japanischen Wort „Fufun“, das für Glück, gute Laune und unbeschwertes Summen steht.


Bilder © Takumi Ota

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