FAIL-SAFE – EIN TRESOR FÜR DIE WELT

Im nördlichsten Norwegen, auf der Insel Spitzbergen, wurde 2008 der Global Seed Vault eingeweiht – ein massives Saatgutlager. Das Gebäude soll ausfallsicher sein und die Menschheit im Falle einer weltweiten Hungerkatastrophe retten.

Die Erde ist voll mit Hochsicherheitsgebäuden. Sie schützen die unterschiedlichsten Dinge. Gefängnisse schützen Menschen vor Menschen, in tiefste Bergschichten eingelassene Bunker oder als Ölbohrplattform getarnte Data Center schützen den globalen Datenschatz davor, in falsche Hände zu geraten. Geheime Versuchslabore sollen dafür sorgen, dass unvollendete Forschung nicht missbraucht wird.

Vor diesem Hintergrund stellte sich Anfang des neuen Jahrtausends die internationale Organisation zum Schutz von Kulturpflanzen „Crop Trust“ in Kooperation mit der norwegischen Regierung die Frage: Was passiert, wenn für den Menschen lebenswichtige Pflanzenarten aussterben, etwa Weizen, Mais oder Reis? Gibt es einen Notfallplan für den sogenannten „Doomsday“? Es entstand das Konzept für eine moderne Arche Noah: Proben von solchem Saatgut, die für die globale Landwirtschaft essentiell für das Überleben der Menschen sind, werden nun im Permafrost von Spitzbergen verwahrt. 120 Meter durch drei Gesteinsschichten des Berges Platåberget frästen sich die Bohrer, um die geeignete Tiefe und Temperatur von durchschnittlich 5 Grad unter Null zu erreichen. „There is a passion and intensity in the work we are doing here, an almost religious fervour,“ sagt Cary Fowler, Geschäftsfrührer des Crop Diversity Trust. „Because we understand why preserving biodiversity is so vital.“

Das Herzstück des Saatgut-Tresors liegt also in 120 Meter Tiefe. Die Eingangssituation wurde dagegen bewusst markant gestaltet. „In contrast to this utilitarian interior, the exterior structure shoots out of the mountainside,” sagt Projektmanager Magnus Bredeli Tveiten. Der beauftragte norwegische Architekt Peter W. Søderman setzte die Vorstellung einer „aus dem Berg schießenden“ Eingangssituation um und konzipierte ein schmales Gebäude aus Metall und Zement, das durch eine Kunstinstallation gekrönt wird. Diese Lichtinstallation der norwegischen Künstlerin Dyveke Sanne besteht aus unterschiedlich großen dreieckigen Stücken aus poliertem Edelstahl und anderen reflektierenden Materialien wie etwa dichroitisches Glas oder Prismen. Die Materialien reflektieren das Sonnenlicht, bei Dunkelheit werden sie von Lampen angestrahlt. Die leuchtende Installation macht den Eingangsbereich des Global Seed Vaults somit einzigartig und ganzjährig präsent.

Mehr Informationen zum Global Seed Vault gibt es auf www.croptrust.org


Foto Credit © Crop Trust

 

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