DDR RELIKT: VERLASSENER FREIZEITPARK IN BERLIN-TREPTOW SOLL KUNST- UND KULTURPARK WERDEN

Der ehemalige VEB Kulturpark Plänterwald war eine der wichtigsten Freizeitattraktionen der DDR. Er wurde 1969 als „Kulturpark Plänterwald“ zum 20. Geburtstag der DDR in direkter Nähe zur Spree eröffnet und war der einzige Vergnügungspark der DDR. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde der nun Spreepark genannte Freizeitpark 2001 geschlossen. Über ein Jahrzehnt lang verwahrloste das 23 Hektar große Areal. Das Gelände, die Gebäude und die verbliebenden Fahrgeschäfte wurden sich selbst überlassen. Über die Zeit eroberte die Natur viele Flächen zurück.
Im Februar 2014 erwarb das Land Berlin das Erbbaurecht am Spreepark von der insolventen Spreepark GmbH und verfügt damit lasten- und verbindlichkeitenfrei über das Grundstück. Gemeinsam mit dem Bezirk wollte das Land ein tragfähiges Nutzungskonzept erarbeiten. Fortschritte waren aber lange nicht zu sehen. Erst seitdem die stadteigene Grün Berlin GmbH für die Entwicklung eingesetzt ist, hat es das Projekt wieder auf die politische Agenda und in die Öffentlichkeit geschafft.
In der vergangen Woche hat Christoph Schmidt, Chef der Grün GmbH, ein umfangreiches Nutzungskonzept für den Spreepark angekündigt. Auch wenn die genauen Pläne der Öffentlichkeit erst im Frühjahr vorgestellt werden sollen, ist die Grundidee klar. Das Areal soll sich in den ersten europäischen Kunst- und Kulturpark verwandeln, in dem Kunst ausgestellt und produziert wird, sowie Atelier- und Wohnraum für Künstler zur Verfügung steht. Die Berliner Morgenpost zitiert Schmidt mit den folgenden Worten: „Viele Künstler, die in der Stadt arbeiten, geraten zunehmend unter Druck, weil es immer weniger bezahlbare Atelierflächen gibt.“ […] „Sie sollen dort arbeiten, ausstellen, auch an der Realisierung des Parks mitwirken und sogar dort wohnen können, ohne Angst haben zu müssen, dass sie verdrängt werden“.
Im Vorfeld der Konzeptionierungsphase wurden lange mit Anwohnern und Naturschützern über Möglichkeiten und Probleme diskutiert. Schnell wurde klar, dass sich alle die Sanierung des vorhandenen Bestandes wünschen. Daran möchte die Grün GmbH sich halten. Erklärtes Ziel ist es, die Geschichte und den Geist des Ortes erlebbar zu machen. Das bedeutet, dass die vielen historischen Überbleibsel aufgearbeitet werden und unter anderem auch das Riesenrad wieder in Stand gesetzt werden soll und die Schienen der alten Achterbahn zu schwebenden Fußgängerwegen werden. Der besondere Charme des Areals soll unbedingt erhalten bleiben.
Kultursenator Klaus Lederer hat die Pläne und das Engagement bereits begrüßt.  Sobald das Konzept in die Realisierungsphase gehe, werde die Kulturverwaltung sich am Verfahren beteiligt.
_________________________________________________________________________
Foto Credits @ CC BY-SA 2.0/flickr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.