YOUNG TALENT ARCHITECTURE AWARD: GEWINNER AUS BERLIN

Bewerbungen von 334 Projekten und insgesamt 451 Studenten aus 99 Städten gingen ein. Rund 40 Studiengänge kamen in die engere Auswahl, zwölf Finalisten kristallisierten sich heraus – und nun wurden vier Gewinner des „Young Talent Architecture Award“ auserwählt, die im September im Palazzo Mora in Venedig bei einer Preisverleihung ausgezeichnet werden. Sie werden mit 5000 Euro Preisgeld geehrt, erhalten ein Diplom, ein Profil auf World-Architects.com sowie USM-Möbel zur Ausstattung des eigenen Büros.

Wie vor einigen Wochen angekündigt, waren auch zwei deutsche Beiträge unter den Finalisten des Wettbewerbs, der sich um architektonische Visionen für die Zukunft drehte. Einer der beiden Finalisten konnte sich im Wettbewerb behaupten und ist unter den vier Gewinnern. Der Award, initiiert von der Mies von der Rohe Stiftung,  zeichnet in diesem Jahr zum zweiten Mal frische Absolventen aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur aus.

Die Jury legte vor allem Wert auf die soziale und kulturelle Relevanz der Beiträge. Da 2018 das Europäische Jahr des Kulturerbes ist, haben die Gewinner auf besondere Art mit dem Thema „Erbe“ gearbeitet und somit die Jury von ihren Ideen überzeugen können – sie sehen architektonische Ausbildung, die das Thema Erbe mit einbezieht, für die Europäische Zukunft als enorm wichtig an.

Und dies sind schließlich die Gewinner:

  1. Hendrik Brinkmann, Absolvent der Hochschule für Architektur, Medien und Design (Universität der Künste Berlin)

Projekt: „Neue Bau | akademie Berlin – Ein Club für die ehemalige & zukünftige Architektur“

Das Projekt ist ein Beitrag zur zeitgenössischen Debatte über die programmatische und architektonische Zukunft der Bauakademie in Berlin. Die Arbeit am Wiederaufbau bedeutet, eine Reihe von Fragen zu stellen, welche die typischen Konstruktionsprobleme komplexer machen: Alle Entscheidungen müssen das existierende Gebäude berücksichtigen, das vielleicht schon vor langer Zeit gebaut wurde, aber im Vordergrund steht. Die Jury vertrat die Auffassung, dass der Autor ein rhetorisches Projekt mit Fragen formuliert hat, die mit Engagement zu erfüllen sind und implizit eine soziale und kulturelle Relevanz haben.

  1. Julio Gotor Valcárcel, Absolvent der Madrid School of Architecture (Polytechnische Universität Madrid)

Projekt: „Perdido (Lost) – P.R.U.S. von Madrid “

Die P.R.U.S von Madrid ist der Plan der Wiederherstellung der bestehenden unterirdischen Räume von Madrid. Ziel des Projekts ist es, diese vergessene und latente Landschaft in den öffentlichen Raum zurückzubringen. Ausgehend von der Forschung wurde ein Plan entwickelt, indem die vorhandenen Räume wiederhergestellt, ein neues Zugangsnetz entworfen und die Stadtszenen miteinander verbunden werden. Die Jury hob hervor, dass das Projekt durch Experimentieren mit dem architektonischen System mit verschiedenen Maßstäben arbeitet: Stadt, Infrastruktur und Tektonik.

  1. Matthew Gregorowski, Absolvent der The Cass Fakultät für Kunst, Architektur und Design (London Metropolitan University)

Projekt: „beklagenswertes Framework“

Das Projekt ist ein Vorschlag zur ganzheitlichen Neuerfindung der britischen Landschaft. Durch die Bildung eines großen neuen Waldes wird die Landschaft des Peak District National Parks und die Strukturen innerhalb des Nationalparks wieder aufgebaut. Wenn menschliches Eingreifen sichtbar wird, werden Natureindrücke von naiven Schönheitsvorstellungen befreit. Die Jury war von der Komplexität der Post-Brexit-Situation angezogen und wie die Autorin mit einem starken Konzept zur Neugestaltung dieser neuen Situation umgeht.

  1. Loed Stolte, Absolvent der Fakultät für Architektur und Bauwesen (Technische Universität Delft)

Projekt: „Die Bank of England: ein dialektisches Projekt“

Kritisch inspiriert von John Soanes legendärer „ruinensicherer“ Bank of England, setzt sich das Projekt explizit mit der architektonischen Dialektik von Ruin und Konstruktion, Innerlichkeit und Exteriorität mit jener von echter Öffentlichkeit und institutioneller Macht auseinander. Das Ergebnis ist eine sehr solide intellektuelle Arbeit: der Ruin, das Geld, die Bank.

____________________

Foto Credit © YTAA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.