BELOW THE SURFACE – AMSTERDAM GRÄBT SICH DURCH SEINE GESCHICHTE

Seit 2003 wird in Amsterdam an einer neuen Metrolinie zur Entlastung der Nord-Süd-Achse der Stadt gebaut. Am 22. Juli und damit vier Jahre später als geplant soll die neue Strecke nun endlich eingeweiht werden.
Während der langjährigen Bauarbeiten wurden auch Grachtenabschnitte und Teile der Amstel trockengelegt und in eine riesige urbane archäologische Ausgrabungsstätte verwandelt. Die Möglichkeit dazu ist wohl einmalig.
Ein Team von Wissenschaftlern hat zwischen 2005 und 2012 über 700.000 Fundstücke ausgegraben und untersucht – über 20.000 davon wurden zudem fotografiert bzw. katalogisiert und mit ihrer geschätzten Angabe des Verlustes im Netz veröffentlicht.
Das Ergebnis ist ein herrlich kurioser und diverser Mix an Gegenständen, die unzählige Geschichten über die Stadt und ihre Menschen erzählen können und zusammen ein facettenreiches Abbild des alltäglichen Lebens in Amsterdam zeichnen. Jeder Fund ist ein eingefrorener Moment, der die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Zu den Objekten gehören unter anderem Münzen aus aller Welt, etliche Haschischpfeifen, das erste Nokia-Handy, unzählige Ausweise, aber auch jahrhundertealte Schmuckstücke und Werkzeuge.
Zu dem Projekt mit den Namen »Below the Surface« gehört eine Homepage, auf der man stundenlang durch all diese Gegenstände der Ausgrabung scrollen kann. Die ältesten Fundstücke sind über 115.000 Jahre alt und die neuesten gerade einmal 13 Jahre alt. Viel Spaß!

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Screenshots © belowthesurface.amsterdam

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