IDEE DER WOCHE: SCHWIMMENDE SIEDLUNGEN SOLLEN STÄDTE ENTLASTEN

Immer mehr Menschen treibt es in die urbanen Gebiete – Städte platzen zum Teil fast vor den Massen an Bewohnern, die stetig hinzukommen. Warum also nicht mal Gewässer als Wohnraum in Betracht ziehen? Baca Architects aus London ist ein Unternehmen aus zahlreichen anderen, das sich diese Frage gestellt und Entwürfe für schwimmende Siedlungen vorgelegt hat. Sie wollen die Überbevölkerung in Städten mit der sogenannten „Aquatecture“ bekämpfen. Ihre Pläne zeigen schwimmende Häuser, Dörfer und modulare Freizeitflächen – kurz schwimmende Gemeinschaften, die auf Docks und Kanälen angesiedelt sind.

Konkret planen die Architekten, eine Wasserfläche in den Londoner Royal Docks mit Geschäften, Gemeinschaftszentren und Wohngebieten wiederzubeleben. Diese Fläche soll der Kopf einer zukünftig geplanten Reihe von Siedlungen bilden, die sich entlang der Docks erstrecken.

Auch an Freizeitangebote haben Baca Architects gedacht: Sie planen eine modulare Grand-Prix-Strecke samt Gruben, Tribünen, Öko-Freizeit-Resort, die leicht umkonfiguriert und transportiert werden kann. Angetrieben werden soll der Komplex anhand eines schwimmenden Solarparks und Windkraftanlagen.

In der Vergangenheit haben die Architekten bereits ein schwimmendes Haus am Chichester-Kanal in Südengland erschaffen, um zu demonstrieren, wie man Häuser auf Londons Wasserwege verlagern könnte. Das replizierbare Design wurde als Prototyp mit der britischen Firma Floating Homes entwickelt und gewann einen Ideenwettbewerb, der Lösungen für die Immobilienkrise in London suchte, das bekanntermaßen aus allen Nähten platzt und vor allem wenig bezahlbaren Wohnraum bietet. Die Architekten haben auch das „erste Amphibienhaus“ Großbritanniens auf einer Insel in der Themse entwickelt und gebaut. Das Haus ruht auf festen, dockartigen Fundamenten, erhebt sich jedoch innerhalb dieser, wenn es von einer Hochwasserflut aufgetrieben wird.

Es wird sich beim einen oder anderen die Frage nach eventuellen Hochwassern stellen – dafür haben die Architekten einen Abwehrmechanismus entwickelt, der Höhen von 2.5 Metern Hochwasser bewältigen kann und außerdem das Risiko von Überschwemmungen im Inneren der Siedlung abschwächt.

Das Studio hofft nun, mehr vorgefertigte schwimmende Häuser auf stillgelegten Flächen entlang der Flüsse und Kanäle Londons sowie in den Hafenstädten, Marinas und Bassins der Stadt zu installieren.

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Renderings © Baca Architects

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