MAILAND: STILLGELEGTES BAHNGELÄNDE WIEDERBELEBT

In Mailand wurde kürzlich der Wettbewerb für ein tolles Projekt entschieden: Zwei stillgelegte Bahntrassen werden im Norden und Süden der Stadt neu entwickelt und belebt. Das Studio Office for Metropolitan Architecture (OMA) konnte sich gemeinsam mit dem lokalen Architektenteam von Laboratorio Permanente gegen Größen wie Kengo Kma, Arup und Grimshaw mit ihren Entwürfen durchsetzen.

Ihr Fokus liegt ganz klar auf Begrünung statt Bebauung: Ihr Plan mit dem Namen Agenti Climatici – „Klimaagenten“ – sieht vor allem die Errichtung von Parkanlagen vor. Auf zwei Arealen, dem Güterbahnhof Scalo Farini im Mailänder Norden sowie das Gebiet San Cristoforo im hippen Südwesten der Stadt werden die Trassen wieder zum Leben erweckt.

Es sind wenig Neubauten geplant, stattdessen sollen die vorgesehenen Parkanlagen als „ökologische Filter“ dienen, um die klimatischen und atmosphärischen Aspekte des Stadtraums in den Fokus zu rücken. Ippolio Pestellini Laparelli, Leiter der OMA, sieht dies durch die zunehmende Prioritätenverschiebung der Architektur durch die fortschreitenden Umweltveränderungen als unabdinglich an. Die wertvollste Währung sei nicht mehr der „Ziegelstein“, sondern die klimatischen Bedingungen, die die Städte ihren Bürgern bieten und gewährleisten können.

Aus diesem Grund sind die „blaue“ und „grüne“ Zone geplant, die der Regeneration der Standorte auf die Sprünge helfen sollen. Scalo Farini ist als grüne Zone ausgewiesen: Mit Blick auf die Pläne wird klar, weshalb. Sie zeigen einen riesigen Park, der aufgrund seiner dichten Vegetation heiße Winde aus dem Südwesten abkühlen und dazu beitragen soll, die Luft von Schadstoffen zu befreien. Wechselnde Baum- und Pflanzensorten sorgen außerdem für verschiedene mikroklimatische Zonen. Zur Planung dieses Teils wurde Philippe Rahm Architectes aus Paris einbezogen, der klimaspezifische Rauminstallationen zu seinem Spezialgebiet gemacht hat.

Gebäude finden sich im Park Farini tatsächlich nur am Rand. Nur eine langgestreckte Konstruktion mit Giebeldach ergänzt den Park multifunktional. Wie genau die geplanten Gebäude aussehen, steht noch nicht fest und ist von politischen Entscheidungen abhängig. Was allerdings feststeht, ist, dass die Gleise zum Kopfbahnhof Garibaldi bestehen bleiben; zwei Fußgängerbrücken sollen hier für eine optimale Anbindung an das südliche Stadtzentrum sorgen.

Der Park San Cristoforo, die „blaue Zone“, hat sich das Thema Wasser zu eigen gemacht. Er verfügt über ein großes Becken, welches das Grundwasser reinigt und eine Landschaft für Mensch und Tier schafft, die durch Wasser gekennzeichnet ist. Einige dieser Bereiche sollen durch den Einsatz von Wasserpflanzen, die wie natürliche Siebe agieren, schädliche Stoffe aus dem Wasser filtern und somit auch badetauglich sein.

Ein Termin für die Fertigstellung des Masterplans steht noch nicht fest.

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Renderings © OMA + Laboratorio Permanente

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