AMSTERDAM: SCHWIMMENDE NACHBARSCHAFT AUF DEM WASSER ENSTEHT

Die Niederlande sind bekannt für ihre an den Klimawandel angepassten Wohnprojekt – vor allem Amsterdam weiß, wie es seine Kanäle architektonisch nutzen kann. Da verwundert es wenig, dass man künftig noch einen Schritt weitergeht: Es wird in Amsterdam ein weitgehend energieautonomes, schwimmendes Viertel entstehen. Im Norden der Stadt wird das Projekt „Schoonschip“ in den nächsten zwei Jahren realisiert: Nach und nach wird eine Wassersiedlung errichtet, die fast gänzlich autark agiert. Schon seit einigen Jahren arbeitet das Architekturbüro Space&Matter zusammen mit einigen anderen Organisationen an dem Konzept, das ein Vorreiter für andere Küstenstädte werden könnte.

Eigentlich eher idealistisch als realistisch begannen die Überlegungen zu dem Projekt, um den Raum der Stadt optimal zu nutzen und gleichzeitig einen Umgang mit den steigenden Meeresspiegeln zu finden.

Insgesamt ist das Leben auf dem für die Bürger von Amsterdam kein neues Thema, es wird aber durch den Klimawandel verursachten steigenden Meeresspiegel immer relevanter. In der Siedlung sind 30 Häuser mit 47 Wohnungen geplant. Der Strom wird mittels Solarenergie erzeugt, die Energie wird anhand von Wärmepumpen und Batterien im Keller gespeichert.  Sie alle tragen zu einem kreisförmigen Energiesystem bei. Die Häuser bilden somit eine vernetzte Einheit, sind aber auch gemeinsam an das kommunale Stromnetz angeschlossen, um im Notfall abgesichert zu sein. Über ein Mikronetz, das ebenfalls an das Stadtnetz angeschlossen ist, können sich die Nachbarn den Strom teilen, so dass überschüssiger Strom von anderen Haushalten genutzt werden kann. Die jährliche Gebühr für den Netzanschluss ist auch nach der Leistungsspitze ausgerichtet, nicht nur nach der insgesamt bezogenen Strommenge. Durch die optimierten Speichermöglichkeiten können diese Leistungsspitzen und demnach auch die Kosten für die Gemeinschaft gesenkt werden.

Es ist außerdem die Begrünung der Wassersiedlung geplant: Schwimmende Gärten und auch die Bepflanzung der Häuserdächer bieten einladende Grünflächen, wo die Bewohner Pflanzen und Lebensmittel anbauen können. Laut den Designern ist das Projekt eine ökologische Alternative zu Hochhäusern, die ebenfalls die Städte verdichten, aber selten nachhaltig gebaut werden. Bis 2020 sollen die 30 Häuser fertiggestellt werden.

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Foto © Isabel Nabuurs/Space&Matter

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