NEW YORK: KLIMADEAL GEHT NOCH EINEN SCHRITT WEITER

Bill de Blasio, Bürgermeister von New York zeigt mit seinen Taten immer wieder, wie ernst ihm der Kampf gegen den Klimawandel ist. Die Stadt hat kürzlich beschlossen, in Form eines „Green New Deal“ die Treibhausgasemissionen um 30 Prozent zu senken – eine neue Maßnahme, um dieses Ziel zu erreichen, ist nun ein geplantes Verbot des Baus von Wolkenkratzern aus Glas und Stahl. Sie seien aufgrund des durch Glasfassaden verursachten Wärmeverlusts sehr ineffizient.

De Blasio identifizierte Gebäude als Hauptquelle für CO2-Emissionen in NYC. Das Gesetz bezieht nicht nur den Bau neuer Gebäude mit ein: Auch bestehende Glasbauten sollen angepasst werden, um die neuen Normen zu erfüllen.

Anfang April wurde vom Stadtrat bereits der Climate Mobilization Act, ein Gesetz zur Klimamobilisierung verabschiedet. Es umfasst zehn Gesetzesentwürfe, die den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommen entsprechen. Zentral ist bei der 14-Milliarden-Dollar-Intiative die Forderung, dass 50.000 Gebäude ihre Emissionen bis 2030 um 40% gesenkt haben sollten. Bis 2050 sollen es sogar 80% Reduktion sein.

Realisiert werden sollen diese Ziele unter anderem durch Dachbegrünung aller neuen und kleineren bestehenden Gebäude, bei der zahlreiche Pflanzen, die Implementierung von Solar-Paneelen sowie Mini-Windturbinen zum Einsatz kommen sollen. In den Gebäuden selbst sollen neue Fenster, Isolierungen und andere Nachrüstverfahren helfen, die Ziele zu erreichen. Das Gesetz würde für Gebäude mit einer Fläche von mehr als 25.000 Quadratmetern gelten, auf die die Hälfte aller Gebäudeemissionen entfällt, obwohl sie nur 2% der gesamten Gebäude in der Stadt ausmachen. Auch die eventuelle Schließung der Gas- und Ölwerke der Stadt zugunsten erneuerbarer Energien ist im Gespräch.

New York ist somit die erste Stadt, die Energieeffizienz beim Bau neuer Gebäude vorschreibt. Laut De Blasio müssten Gebäude ein Teil der Lösung der globalen Erwärmung sein und nicht Mitursache des Problems. Ganz verboten wird die Verglasung zukünftig jedoch auch nicht: Wenn die Neubauten alle anderen Standards der Energieeffizienzziele erfüllten, dürften sie auch Glas beim Bau verwenden.

Andere Aspekte des Green New Deal sind ein hartes Vorgehen gegen den Einsatz fossiler Brennstoffe zugunsten erneuerbarer Energiequellen – De Blasio plant, emissionsfreie Wasserkraft aus Quebec zu beziehen.  Auch das obligatorische Recycling von organischen Stoffen und das Auslaufen der Einwegprodukte aus Kunststoff gehören zu den Plänen.

Erst kürzlich berichteten wir hier von den Bestrebungen, die Küstenlinie von Lower Manhattan umzugestalten, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen den durch den Klimawandel verursachten Anstieg des Meeresspiegels zu erhöhen.

2017 stieg Trump aus dem Pariser Abkommen aus – Blasio zeigt mit seinen Plänen, wie klar er dagegen ist und begründet kurzerhand seine eigenen Gesetzesentwürfe und Pläne, um gegen die globale Erwärmung anzukommen. Toll! Er will dadurch auch den Weg für andere amerikanische Städte ebnen, die von den Folgen der Klimakrise wie gravierenden Unwettern bedroht sind.

Man sieht auch schon erste Resultate: Einige Unternehmen haben ihre Standard-Glasfassaden durch feste Materialien mit einer besseren Klimabilanz ersetzt.

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Bild © Bizzi & Partners

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