IDEE DER WOCHE: „FOOD FOREST“ IN ATLANTA SOLL ALLEN BEWOHNERN ZUGANG ZU FRISCHEN LEBENSMITTELN ERMÖGLICHEN

Der leichte Zugang zu frischen Lebensmitteln ist in Amerika schon Jahre lang eine kritische Angelegenheit: Lebensmittel sind zwar erreichbar, jedoch fehlen vielen Bewohnern vor allem frische und somit gesunde Produkte.

Das stark frequentierte Atlanta folgt nun nach einem Beschluss des Stadtrats einem Modell, das schon in Städten wie Seattle und Asheville erfolgreich implementiert werden konnte: Es wird auf einem ungenutzten Grundstück, auf dem sich ein 7,1 Hektar großes Waldgebiet befindet, ein „Nahrungsmittelwald“ entstehen. Was genau ein das ist? Ein Bereich, auf dem eine Vielzahl frischer Produkte wie Obst und Gemüse für den öffentlichen Konsum zur freien Verfügung gestellt wird. Es wird voraussichtlich der größte des Landes werden.

Atlanta hat Jahre damit verbracht, frische Lebensmittel in die Geschäfte einkommensschwacher Stadtviertel zu bringen, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist und viele Einwohner kaum an Obst und Gemüse kommen.

Der Lebensmittelwald wird einen Beitrag zur Erreichung des Ziels von Atlantas Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms leisten, bis 2021 innerhalb von einem Umkreis von etwa 800 Metern 85% der Bewohner mit einem Zugang zu frischen Nahrungsmitteln zu versorgen. Bald können die Bewohner Obst und Gemüse pflücken – kostenlos.

Das höhere Ziel der Bemühungen ist es, sogenannte Lebensmittelwüsten zu bekämpfen – einkommensschwache Gebiete, die keinen einfachen Zugang zu frischen, vollwertigen Lebensmitteln haben. Dort verlassen sich stattdessen sich viele auf billigere Optionen, die weniger gesund sind. Ein Lebensmittelwald bietet auf öffentlichem Raum in der Stadt frische Produkte von Obstbäumen, Sträuchern, Reben, Pflanzen und gemeinschaftlichen Gartenbeeten, die die Bewohner genießen können. Auch Wanderwege, Gemeinschaftsplätze und Bäche sollen das Erlebnis ergänzen. Laut Sustainable America gibt es inzwischen mehr als 70 öffentliche Nahrungsmittelwälder, die das Land bedecken.

In der Gemeinde Lakewood-Browns Mill, wo der sogenannte „Urban Food Forest“ untergebracht sein wird, lebt mehr als ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, so das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten USDA, welches das Projekt unterstützt hat. Eine Anfang des Monats verabschiedete Stadtverordnung gewährt der Atlanta Geld für den Kauf des Grundstücks aus dem Naturschutzfonds, der derzeit Eigentümer des Grundstücks ist und bei der Entwicklung mitgewirkt hat.

Das Projekt würde vom Park- und Freizeitministeriums der Stadt umgesetzt werden. Die Organisation Trees Atlanta würde mit der Erhaltung des Nahrungswaldes beauftragt. Zahlreiche Organisationen und lokale Regierungsabteilungen wie Parks und Freizeitparks, Nationalparks und gemeinnützige Vereine arbeiten ebenfalls bei der Entwicklung, Gestaltung und Wartung des Projekts zusammen.

Der Urban Food Forest will frische Produkte wieder in die lokalen Nachbarschaften bringen und hoffentlich als Modell für andere Städte dienen.

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Fotos © Pixabay

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