WELTWEIT HÖCHSTER HYBRID-HOLZTURM ENTSTEHT IN VANCOUVER

Perkins+Will haben Entwürfe für ein Hochhaus mit Mischnutzung vorgelegt, dessen hybrides Tragsystem aus Schichtholz und Beton bestehen wird. „Canada’s Earth Tower“ ist für ein 0,5 Hektar großes Grundstück in Vancouver geplant. Momentan befindet sich ein vierstöckiges Gebäude aus den späten 70er Jahren auf dem Areal.

Dort ist jetzt ein 120 Meter hohes Hochhaus geplant – der höchste Hybrid-Holzturm der Welt. Der Bauherr wird die lokale Firma Delta Land Development sein. Auf fast 32.000 m2  wird der Turm 200 Wohnungen sowie auch Geschäfte, Restaurants und Büroflächen auf 35 bis 40 Etagen beherbergen – die genaue Anzahl steht derzeit noch nicht fest.

Der Turm erhebt sich aus einem U-förmigen Podium in die Höhe, das einen Eingangshof mit Pflanzen, Bäumen und zahlreichen Sitzgelegenheiten für Passanten umschließt.

Der einladende Außenbereich des Gebäudes wird in Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Cornelia Hahn Oberlander entstehen. Hier ist das Ziel, die lokale Biodiversität anzukurbeln und öffentliche Räume zur Verfügung zu stellen, die lebendig und leicht zugänglich sind – es soll auf allen Ebenen eine Verbindung zur Natur wieder hergestellt werden.

Der hybride Ansatz wurde von den Architekten ausgewählt, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Konkreter wird für das Fundament und den Kern des Gebäudes Beton verwendet, für Wände, Decken und Stützen wiederum eine Mischung aus unterschiedlichen Schichthölzern – kurz allerhand Arten von Holzwerkstoffen. Im gesamten Gebäude wird man von Holz umgeben sein: Renderings zeigen Decken aus Holzbalken sowie Wände aus hellen Holzelementen.

Die Entwürfe zeigen außerdem auf der Südseite des Gebäudes auf jeder dritten Etage einen Gemeinschaftsgarten, in denen die Bewohner aufeinandertreffen können, während sie die Sonne und etwas Grün genießen können. Die Gärten sollen dazu beitragen, die Wohngemeinschaft im Gebäude zu stärken und die häufig herrschende Anonymität in Hochhäusern zu durchbrechen.

Eine Reihe von Funktionen soll den Energieverbrauch des Gebäudes senken, wie zum Beispiel Dreifachverglasungen, ein Wärmerückgewinnungssystem sowie eine natürliche Beleuchtung und Belüftung. Eine integrierte Photovoltaik soll etwa 25 Prozent des im Hochhaus benötigten Stroms erzeugen. Die Architekten wollen mit ihren Entwürfen zeigen, dass drastisch höhere Umweltstandards mit einem zugleich modernen Bau vereinbar sind – durch Massivholzbau und Energiesparstrategien.

Die Architekten streben im Grunde ein vollkommen emissionsfreies Gebäude an; es werde zumindest keine fossilen Brennstoffe wie Erdgas zur Energiegewinnung verwenden. Auch in den verschiedenen Bauphasen sollen die Emissionen so gering wie möglich gehalten werden. Das Projekt ist Teil eines Pilotprogramms vom Canada Green Building Council, das sich zum Ziel gemacht hat, möglichst ohne Emissionen beim Bau neuer Gebäude auszukommen.

In den letzten Jahren sind immer wieder zahlreiche Entwürfe für Gebäude aus Holz vorgelegt worden – es ist ein Werkstoff, der in Zukunft aufgrund seiner guten Baueigenschaften sowie Klimafreundlichkeit weiter an Popularität gewinnen wird.

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Renderings © Delta Land Development & Perkins + Will

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