IDEE DER WOCHE: WOHNUNGEN IM ABONNEMENT

Die „eigene“ Wohnung mit den Nachbarn teilen – das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber alle, die darauf Lust hätten, kommen vielleicht bald auf ihre Kosten: Das Forschungslabor Space10 von Ikea hat sich mit dem Architekturbüro EFFEKT im Rahmen des „Urban Village“-Projekts zusammengetan. Es ist eine Vision des sogenannten „abonnierten Wohnens“, die Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringt und sie dazu ermutigt, den Wohnraum und das drum herum miteinander zu teilen. EFFEKT und Space10 sind schon seit längerem auf der Suche nach Möglichkeiten, die das Gemeinschaftsleben in Städten sowie Co-Living zu fördern – beispielsweise durch eine gemeinsame Kinderbetreuung, Car-Sharing, gemeinschaftliches Essen sowie Initiativen zur städtischen Landwirtschaft.

Nun haben sie eben die Idee einer nachhaltigen Wohngemeinschaft auf den Tisch gebracht, die viele dieser Aspekte vereint. Statt eine Wohnung oder ein Haus sein Eigentum zu nennen, sieht der Plan hier vor, dass die Bewohner jeden Monat „Aktien“ von Gemeinschaftsimmobilien zu erwerben können – dadurch könnten sie, wenn gewünscht, schrittweise Hausbesitzer werden. Es gäbe keine Notwendigkeit für teure Vorauszahlungen, um ein Haus zu kaufen, und die Mieten würden niedrig bleiben. Die Grundmiete würde Strom, Wasser, Heizung, Instandhaltung und Gemeinschaftseinrichtungen abdecken. Die Einwohner könnten sich auch dafür entscheiden, über die oben genannten Aspekte hinaus zusätzliche Dienstleistungen wie Lebensmittel, Medien, Versicherungen, Transport oder Freizeit über flexible Abonnementdienste miteinander zu teilen, ähnlich wie bei Unterhaltungsdiensten oder einem Auto. Diese Dienste werden über ein digitales Tool verwaltet und genutzt.

Gebaut würden die Mehrgenerationen-Häuser aus einem besonders klimafreundlichen Holz, produziert in standardisierten Moduleinheiten, um eine flexible Nutzung zu ermöglichen. So kann eine Vielzahl verschiedener Wohnungstypologien für verschiedene städtische Umgebungen angepasst werden. Die Bewohner könnten die Unterkunft bei Bedarf umstellen und alle reparaturbedürftigen Elemente des Moduls ersetzen. Die Designer schlagen außerdem die Möglichkeit des Wohnungstauschs vor, falls sich die Bedürfnisse der Anwohner ändern sollten, sodass eine andere Art der Wohnung sich besser eignen würde.

Vorgestellt wird das Projekt im Rahmen der diesjährigen Democratic Design Days – das ist die Jahreskonferenz von Ikea, die einmal im Jahr in Schweden stattfindet. Die Idee baut auf der Forschung von Space10 auf, die sich mit den Vorteilen des Co-Living beschäftigt. Aus dieser Forschung erwuchs auch die Idee eines autarken SolarVille-Dorfes. Es stützt sich dabei auch auf die Expertise von EFFEKT, die es durch das Projekt ReGen Villages erlangt hat, bei denen Wohngemeinschaften mit integrierten Gewächshäusern ausgestattet waren.

Der Vorschlag basiert auf drei zentralen Ideen: dass Städte lebenswerter, nachhaltiger und erschwinglicher sein sollten. Es geht dabei um erschwingliches Wohnen sowohl beim Bau als auch beim Kauf von Wohnungen. Die Finanzierung des Baus würde durch Partnerschaften mit langfristigen Investitionen wie Pensionsfonds, zukunftsorientierten Unternehmen und Kommunen erfolgen.

Die Vorschläge sind nicht nur effizienter, sondern sollen auch die Gesundheit und das Wohlergehen der Einwohner und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl fördern.

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Renderings © Space10

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