BERLIN: NEUZUGANG FÜR MUSEUMSINSEL

20 Jahre Planungszeit später ist es soweit: Das britische Architekturbüro David Chipperfield Architects hat die James Simon Galerie fertiggestellt, ein wichtiger Neuzugang auf der Berliner Museumsinsel.

Die Galerie teilt sich ein kleines Grundstück mit weltberühmten kulturellen Einrichtungen wie dem Alten Museum von Karl Friedrich Schinkel sowie dem Neuen Museum von Friedrich August Stüler. Bei letzterem waren es auch schon David Chipperfield Architects, die 2009 eine Innenrestaurierung verantworteten.

Es ist ein Bau geworden, der als kennzeichnend für den Stil des britischen Architekturbüros gelten kann: Dem Büro wurde bereits eine „verhaltene Opulenz“ nachgesagt, die sich auch in der James Simon Galerie widerspiegelt – zum Eingang hin umgeben einen spärliche Proportionen von weißen Marmorsäulen, die immer ausladender werden, je weiter man in das Gebäude hineingeht.

Es war den Architekten wichtig, bestehende Elemente der Museumsinsel aufzugreifen, insbesondere aus der Außenarchitektur der Bauten. Das Material der Fassade aus rekonstituiertem Stein mit Natursteinaggregat fügt sich passend in die bestehende, reiche Materialbandbreite der Museumsinsel mit ihren Kalk- und Sandstein- sowie Putzfassaden ein. Die Innenräume sind vor allem in glattem Beton gehalten.

Neben ihrer kühnen Außenwirkung bietet die Galerie auch praktische Vorteile, die die Museumsinsel auf willkommene Weise ergänzen: Man findet dort ein Auditorium mit 300 Plätzen, ein Geschäft und Café, die die 6.500 m2große Galeriefläche bereichern. Alle Bereiche sind unterirdisch über ein weitläufiges Netz an Korridoren mit den umliegenden Museen verbunden. Benannt ist die Galerie nach dem berühmten Kunstsammler James Simon, der seine Sammlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Stadt vermachte.

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Fotos © Ute Zscharnt

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