IDEE DER WOCHE: PRODUKTE FÜR DAS NACHHALTIGE STADTBÜRO

Immer mehr Unternehmen in Großstädten achten darauf, umweltfreundlicher zu agieren. Dieses Verhalten kann schon in den Büros anfangen: Designer Mi Zhou hat die sogenannten „Soapacks“ entwickelt. Das sind nachhaltige Behältnisse für Hygieneartikel, die eine besondere Hülle haben, die aus Seife gegossen ist. Sobald der Inhalt leer ist, kann die Flasche unter Wasser gehalten werden und wie eine normale Handseife verwendet werden, um Müll vollkommen zu vermeiden und das Produkt bis zum letzten Fünkchen nützlich zu gestalten.

Für die Herstellung des aus Seife bestehenden Behältnisses wird die Seife auf Pflanzenölbasis mit Pigmenten aus Mineralien, Pflanzen und Blumen gefärbt. Anschließend wird sie in eine Form gegossen, ähnlich wie bei Schlickergusskeramik. Außerdem wird eine dünne Schicht Bienenwachs aufgetragen, um die Flaschen wasserdicht zu machen sowie zu verhindern, dass der flüssige Inhalt die Flaschen schon vor bzw. während des Gebrauchs auflöst. Bei Kontakt mit ausreichend Wasser ist die Flasche dann als Seife nutzbar.

Zhou bietet somit eine innovative Antwort auf die millionenfachen Einwegprodukte, die schon in den kommenden Jahren in vielen Ländern immer mehr verboten werden. Egal, wie schön und praktisch die Produkte gestaltet werden, weggeschmissen wird die Verpackung letztendlich fast immer. Die Betonung liegt hier auf dem „fast“: Die Beobachtung, dass Parfümflaschen, aufgrund ihrer schönen Form und Farbe, oftmals behalten werden, war beim Design der Soapacks ausschlaggebend. Es war also auch wichtig, die Soapacks besonders hübsch zu gestalten – sie können nämlich selbstverständlich auch behalten werden, wenn man sie trocken lagert.

Mi Zhou will darauf aufmerksam machen, was eine Verpackung noch alles sein kann und sie nicht immer zum Wegschmeißen konzipiert sein muss. Nicht zuletzt will die Designerin mit der Idee dazu beitragen, den Plastik-Fußabdruck vieler Menschen zu verringern – normale Kunststoffflaschen können theoretisch bis zu 450 Jahre „überleben“ bis sie irgendwann kaputt gehen.

Inspiriert wurde Mi Zhou durch essbare Verpackungen für Lebensmittel – so wie Pommes im essbaren Papier – und wollte die Idee auch auf Pflegeprodukte anwenden.  Zhou ist der Meinung, dass Designer den Menschen Alternativen bieten müssen, um umweltfreundlicher zu agieren, gleichzeitig aber möglichst wenig Kompromisse bei der Benutzung von Produkten einzugehen.

Traditionelle Kunststoffe benötigen fossile Brennstoffe, welche die Umwelt belasten, sodass Designer zunehmend nachhaltigere Lösungen entwickeln, darunter Verpackungen aus Bakterien, bioplastische Verpackungen aus Gemüse- oder Obstschalen.

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Fotos © Tom Mannion | Xinjia Zhou

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