ISLAND: WELTWEIT ERSTER KLIMANEUTRALER BIODOM-KOMPLEX

Island ist bekannt für seine atemberaubende Natur, die sich über weite Teile des Landes erstreckt und von Wasserfällen, Geysiren und weitläufigen Grünflächen durchzogen ist. Es ist aber auch bekannt für seine dunklen Wintermonate, die bei vielen Einwohnern zu psychischen Problemen führen können, da es in dieser Jahreszeit nur für einige Stunden am Tag Sonnenlicht gibt.

Das Projekt „Aldin Biodomes“ von WilkinsonEyre in Kooperation mit dem lokalen Designstudio Basalt stellt eine Lösung auf diese Dunkelheit vor. Ihre Entwürfe, mit denen sie kürzlich einen Wettbewerb gewonnen haben, sehen zwei Biodome am Rande von Reykjavik vor, die sich als sanft gewellte Gewächshäuser in die Umgebung einfügen. Diese werden zu einer geschwungenen Form kombiniert, die WilkinsonEyre dem Maßstab der umliegenden Wohngebiete und der Topographie des Geländes nachempfunden hat, um „eine elegante Ergänzung der Skyline der Stadt“ zu schaffen. Die Aldin Biodomes werden so positioniert, dass sie den Blick auf die Mitternachtssonnenuntergänge Islands im Sommer und das Nordlicht im Winter maximieren. Sie werden den Einheimischen und Besuchern das ganze Jahr über eine tropische Oase und einen hellen Treffpunkt bieten, um der schlechten Stimmung durch die Dunkelheit vorzubeugen.

Der Komplex soll die größte Grünfläche im Umkreis sein, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist, ohne zu gravierend in die Natur einzugreifen. Die beiden Biodome kann man sich vorstellen als künstliche, aber autarke Ökosysteme, die nach dem Vorbild der Natur gestaltet wurden und zum einen lokale, zum anderen exotische Pflanzen beherbergen sollen. Die Gewächshäuser werden durch einen Informationsbereich, ein Restaurant, einen Bioladen, einen Markt sowie ein „Farmlabor“ ergänzt – das ist ein Bildungsraum, der vermittelt, wie die lokale Lebensmittelproduktion optimal und nachhaltig gestaltet werden kann.

Das Besondere an dem Projekt: Es wird als „Vorbild für Nachhaltigkeit“ konzipiert. Normalerweise etwas, mit dem man Gewächshäuser nicht unbedingt in Verbindung bringt. In dem Komplex werden sie allerdings mit der reichlich vorhandenen Geothermie der Region beheizt, und es ist zu hoffen, dass das Projekt somit klimaneutral wird. Es ist der weltweit erste Biodom, der mit Geoklima-Technologie betrieben wird. Er soll nach den anspruchsvollsten Nachhaltigkeitsstandards der Welt geplant, gebaut und betrieben werden. Das Ziel des Projekts sei es laut Paul Baker, dem Direktor von WilkinsonEyre, den richtigen Raum für das Wachstum und die Entwicklung von Ökosystemen zu schaffen und die Architektur mit der umgebenden Landschaft zu verschmelzen.

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Renderings © WilkinsonEyre

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