LONDON: MUSEUM OF LONDON IN ALTEN MARKTHALLEN

Schon seit den 80er Jahren sind sie geschlossen: Die Hallen des Smithfield General Market. Nun werden sie Teil eines der derzeit spannendsten Kulturprojekte Londons sein – sie sollen für das weltberühmte Museum of London umgebaut werden. 2016 hatten die Londoner Büros Stanton Williams und Asif Khan gemeinsam mit Julian Harrap Architects und den Landschaftsarchitekten J+L Gibbons den Wettbewerb mit einem Entwurf gewonnen, der eine Art „Anti-Museum“ zeigt.

Was das heißen soll? Die alten Hallen sollen so umgebaut werden, dass sie einen fließenden Übergang vom Straßenraum zu den interessanten Objekten des Museums bieten. Die Hallen sollen 24/7 zugänglich sein, um interessierte Besucher zu jeder Zeit willkommen zu heißen. Eine gewundene Treppe unter dem Kuppeldach des Gebäudes soll in die Galerien der katakombenartigen Lagerräume führen und Blicke auf die vorbeifahrenden U-Bahnen ermöglichen.

Wie üblich wird das Projekt den vormals gesetzten Zeit- sowie finanziellen Rahmen der Transformation deutlich sprengen. Eigentlich wollte man 2022 fertig werden und statt der aktuell geschätzten 332 Millionen Pfund nur 150 Millionen ausgeben. Ursachen für die drastische Erhöhung des benötigten Budgets seien Platzprobleme sowie der schlechte Zustand des Marktgebäudes. Das Geld kommt dazu aus mehreren Töpfen: Die City of London Corporation und der Bürgermeister von London beteiligen sich; ein Großteil des Geldes stammt zudem aus Spenden, wovon noch 44 Millionen Pfund fehlten. Das neue Datum der Fertigstellung wurde auf 2024 datiert, Ende 2019 soll dazu der Planungsantrag eingereicht werden. Noch ist unklar, wer die unterirdische Ausstellungspräsentation des neuen Museum of London gestalten wird, die 2.500 Quadratmeter Fläche umfassen soll. Kürzlich ist die Shortlist unter anderem mit David Kohn, Ralph Applebaum Associates und ZMMA veröffentlich worden, im September sollen die Gewinner bekannt gegeben werden.

In den geplanten Hallen wird der Raum über und unter der Erde genutzt und Exponate präsentiert, die von Modeartikeln bis hin zu archäologischen Funden reichen. Großzügige, helle und luftige Räume sollen optimale Ausstellungsflächen garantieren, die die hohen Decken und zentrale Kuppel des Gebäudes einbeziehen. Bestehende Elemente wie Metallträger wurden stehen gelassen und sollen für das Aufhängen von Artefakten und Bannern verwendet werden. Aktuell sind die Entwürfe in einer Ausstellung auf dem derzeit noch verfallenden Gelände von West Smithfield zu sehen.

Das Museum of London gibt es schon seit 1976 und wird von Jahr zu Jahr um zahlreiche Objekte und Abteilungen erweitert. Die geplante Erweiterung in den Smithfield Markthallen kommt nicht nur dem Museum zu Gute: Die alten Hallen können so erhalten bleiben, statt sie abzureißen. Zudem ergibt sich durch den Umzug aus der geplanten Erweiterung des Museums auf einer Verkehrsinsel neben dem Barbican Centre von Powell & Moyas, wo die Geschichte der Stadt in Form einer großen Sammlung und eines archäologischen Archivs dargestellt werden soll, Platz für einen Konzertsaal, der sich dann auf der Verkehrsinsel befinden soll. Dies ist die Erfüllung eines lang ersehnten Traumes des London Symphony Orchetra unter Leitung von Sir Simon Rattles. Den Wettbewerb dafür gewannen Diller Scofidio + Fenfro.

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Renderings © Museum of London

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