PRAG: NEUE UFERGESTALTUNG SOLL STADT BELEBEN

Seit einigen Jahren ist wieder ein Aufschwung am Ufer der Moldau in Prag zu spüren: Junge Menschen, Touristen, Musiker, Gastronomen machen sich heutzutage dort breit und sorgen für eine enorme Belebung des Flussrandes. Das sah in der Vergangenheit deutlich anders aus.

Verantwortlich für diese positive Veränderung ist das im Jahr 2009 gestartete Revitalisierungsprogramm des Stadtplanungsamts, das einen Uferbereich mit einer Gesamtlänge von vier Kilometern stärker in die Stadtentwicklung einbeziehen und einen Ort der Kunst und Kultur daraus machen möchte. Der Bereich Nàplavka ist die erste der drei Uferzonen, die zukünftig umgestaltet werden sollen.

Übersetzt heißt Nàplavka „Aufschwemmstelle“ – diese Bezeichnung hat auch bei der Gestaltung eine besondere Bedeutung, da der Bereich anhand von vier Maßnahmen umgewandelt werden soll, zu der auch ein neues Terminal für Flusskreuzfahrtschiffe und ein Badeschiff samt Pool gehören. Die Entwürfe für diesen Bereich stammen von den Architekten Petr Janda/brainwork aus Prag, die die Zone mit all ihren neuen Elementen zu einer besonderen Verbindung zwischen Ufer und Fluss machen werden.

Die Uferstelle Nàplavka wurde seit einer großen Flut im Jahr 2002 als Parkplatz genutzt, hatte sich aber über die letzten Jahre immer mehr zu einem bedeutsamen Treffpunkt für Kultur und Tourismus entwickelt. In Zukunft kommen neue Flächen für Kunst, Kultur, Wassersportangebote, Gastronomie sowie weitere Veranstaltungen hinzu.

Als erste Maßnahme werden dort bald zahlreiche Gewölbe restauriert. Dort sollen künftig Kunstausstellungen stattfinden. Durch den Umbau der Gewölbe will man eine Verbindung zwischen historischer Ufermauer und Fluss schaffen. Dafür sollen auch fünf Meter breite, elliptische Schwenkfenster sechs der Gewölberäume mit der Umgebung verbinden.

Die 13 übrigen Gewölbe sollen ebenfalls optisch ansprechend gestaltet werden: Sie sollen skulptural geformte Stahlkonstruktionen erhalten. Insgesamt sind es in die Mauer eingelassene Kulturräume, die wie Schiffsluken wirken. Sie sind gut vom Fluss aus zu sehen und bieten durch ihre runde Form einen eindrucksvollen Anblick.

Die drei übrigen Maßnahmen sind quasi als modernes Gegenstück zu dem historisch angehauchten Mauerwerk gedacht: Das neue Terminal, das Badeschiff sowie extravagante, schwimmende Toiletten werden den Bereich als schwimmende Stahlarchitektur abrunden.

Das Schiffsterminal bezeichnen die Architekten als „amphibisches Wesen“, das die Verbindung zwischen Ufer und Fluss in besonderer Weise herstellt und in drei Richtungen orientiert ist, um ein flexibles Anlegen der Schiffe zu ermöglichen. An Deck wird man einen weiten Ausblick auf bekannte Brücken der Stadt haben. Das Badeschiff mit Schwimmmöglichkeiten an Deck bietet einen leichten Übergang zum Ufer. Die Renderings zeigen, dass das Badeschiff künftig zum Sonnenbaden, Schwimmen und als Treffpunkt in den Sommerstunden einlädt. Auch ein Whirlpool sowie Café sind dort geplant.

Zuguterletzt sollen sogar die geplanten schwimmenden Sanitäranlagen bei dieser Ufertransformation etwas Besonderes sein: Sie versinken quasi in der Moldau – wenn man die Treppen hinabsteigt findet man sich anschließend in einer Art umgekehrtem Aquarium wieder, in dem die Scheiben um den Besucher herum einen Blick auf das Treiben unter der Wasseroberfläche ermöglichen. Eine elegante, versteckte Lösung.

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Renderings © petrjanda / brainwork

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