PALMA DE MALLORCA: JOAN MIQUEL SEGUÍ REALISIERT NEUE ÜBERDACHUNG FÜR DEN INTERMODALEN BAHNHOF

 

Bisher war der eher unscheinbare Zugang zum Estació Intermodal von Palma dem Wetter schutzlos ausgeliefert – ein Problem, das nicht nur eine Herausforderung für den Bahnhof selbst, sondern auch die Passanten bot. Als Folge wurden die Treppen ins Bahnhofsinnere bei Regen regelmäßig überflutet und die Rolltreppen mussten aufgrund der Witterung häufig gewartet werden. Um diesen Problemen zu begegnen, wurde für den in 2007 gebauten Bahnhof eine permanente Überdachung entwickelt, die einen Schutz vor Wettereinflüssen bietet. Zusätzlich entstand ein Informationsturm, der aus der Entfernung den Standort des Bahnhofs sichtbar macht.

Der realisierte Entwurf stammt vom Architekten Joan Miquel Seguí und konzipiert eine Dachkonstruktion, die diesen Ansprüchen gerecht wird. Die Dachkonstruktion verfügt über ein Tonziegelgitter, welches unterhalb eines Flachdachs befestigt ist. Strukturell verhindert diese Aufhängung das Eindringen von Regenwasser, während sie zugleich tagsüber lichtdurchlässig und nachts beleuchtet ist. Gleichzeitig verspricht die Materialwahl nur geringe Wartungsansprüche. Getragen wird die Überdachung von zwei Säulen sowie einer metallischen Unterkonstruktion, die durch ihre Anpassung an die aufliegende Keramik die Wahrnehmung durch Passanten verhindert. Das Gesamtbild der Installation findet sich optisch in das bestehende Erscheinungsbild der umliegenden Gebäude ein. Mithilfe von Verbundplatten wird das Bauprojekt mit dem bereits bestehenden Belag zusammengeführt und durch ein gläsernes Geländer komplettiert, welches den Blick auf den Bahnhofspark ermöglicht.

Der mitentwickelte Informationsturm befindet sich am Zugang zum Bahnhofsvorplatz und kann von der gesamten Plaza de España, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt Palmas, aus gesehen werden. Eine Verkleidung aus Komposit sowie die Verwendung der speziell entwickelten Ziegel in beiden Konstruktionen vermittelt auch optisch ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Turm und Eingang und rundet das Projekt ab.

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© Adrià Goula

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