ITALIEN: ERSTER KOMPLETTER LEBENSRAUM AUS DEM 3D-DRUCKER WIRD ANFANG 2020 FERTIGGESTELLT

Dass 3D-Drucker mittlerweile fähig sind, die komplexesten Gegenstände herzustellen, bekommt man von allen Seiten mit. Auch einzelne Häuser wurden sogar bereits damit produziert. In der Nähe von Bologna sind Mario Cucinelle Architects (MCA) und die nachhaltigen Projektentwickler WASP nun noch einen Schritt weitergegangen: Im vergangenen Monat begann der Druck des nachhaltigen und energieeffizienten Lebensraums TECLA. Lebensraum meint in diesem Zusammenhang ein kleines Öko-Dorf aus dem 3D-Drucker, im Design angelehnt an einen riesigen Ameisenhügel oder Wespenbau, hergestellt aus lokal gewonnenem Ton.

Der Kooperation aus WASP und MCA ist eine nachhaltige, energieeffiziente und flexible Konstruktion besonders wichtig, da sie gemeinsam neue Lösungsansätze auf drängende Fragen des Klimawandels finden wollen. MCA kombinierten auch in ihren früheren Projekten immer wieder Umwelt- und Energieeffizienzstrategien mit innovativem Design.

WASP werden diesen nachhaltigen Lebensraum entwickeln und bauen – sie sind im Moment das bahnbrechende 3D-Unternehmen Italiens, das bekannt für den Häuserbau aus natürlichen Materialien ist.

TECLA ist der Prototyp eines vor Ort hergestellten 3D-Druckhabitats. Es ist ein innovatives Modell, das Wohnlösungen für die Zukunft bietet sowie die Idee des Wohnens in der Stadt im Allgemeinen hinterfragt und eine Alternative zu dem höher, größer, moderner der Großstädte bietet.

Es ist ein Wohnmodell, das auf dem Gedanken der Kreislaufwirtschaft basiert: Der Ton aus lokaler Produktion ist vollständig biologisch abbau- und recyclebar. Auf der anderen Seite glänzt es durch Kostengünstigkeit und eine Flexibilität, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientiert. TECLA wurde auf der Grundlage von Forschungsarbeiten entwickelt, die mit Unterstützung von Mario Cucinella-Studenten aus dem Programm Sustainable Environmental Design an einer Londoner Hochschule für Architektur  durchgeführt wurden, da man nach einer Lösung suchte, wie der Prototyp in den unterschiedlichen Klimazonen der Erde gleichwohl standhalten kann.

Sie wollten den TECLA-Prototyp möglich flexibel, widerstandsfähig und energieeffizient gestalten. Das ist gelungen: Die Häuser können an unterschiedliche Kontexte und Umgebungen angepasst werden und auf längere Sicht sogar eigenständig mit dem Starter Kit von WASP hergestellt werden.

Der hinterstehende Gedanke der Projektentwickler ist es auch, die nationale und lokale Wirtschaft anzukurbeln sowie Bauprozesse zu beschleunigen. Innerhalb kürzester Zeit kann eine komplette Struktur auf einmal im 3D-Drucker hergestellt werden. Im September wurde mit dem Druck begonnen, Anfang nächsten Jahres soll er fertiggestellt sein.

Es ist außerdem das erste Haus, das mittels mehrerer kollaborativer 3D-Drucker und vor allem aus roher Erde hergestellt wird. Der Prototyp bietet neue Perspektiven und Grundlagen für eine autonome Ökostadt der Zukunft, die technische Innovationen und nachhaltiges Bewusstsein miteinander vereint und eine auf die Bedürfnisse der Gesellschaft ausgerichtete Architektur favorisiert.

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Bilder © Mario Cucinella Architects (1, 3, 4) | Crane WASP (2, 5)

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