SIEMENSSTADT 2.0: BERLIN BEKOMMT NEUEN SMART DISTRICT

© O & O Baukunst

Im Herbst 2018 wurde es entschieden: Die Siemensstadt in Berlin-Spandau soll ein neues Gewand bekommen. Und zwar ein sehr modernes. Dazu rief man einen städtebaulichen Wettbewerb zur Umgestaltung des bisherigen Industrieareals aus. Dieser Wettbewerb wurde kürzlich entschieden. Die 16-köpfige Jury, die sich paritätisch aus Vertretern der Stadt sowie von Siemens selbst zusammensetzte, entschied sich nach einem zweitägigen Entscheidungsprozess für Ortner & Ortner Baukunst. Das Berliner Büro schaffte es, sich gegen 18 teilnehmende Büros aus Berlin, Deutschland und Europa durchzusetzen. Dabei gelang es O & O, die Jury mit Simplizität zu überzeugen. Besonders der etwas „unfertige“ Charakter, der Raum für neue Entwicklungen offen lässt, gefiel den Juroren. 

„Dies ist ein Entwurf, der respektvoll mit den historischen Gebäuden umgeht, und sie gleichzeitig in eine zeitgemäße Nutzung führt. Er erfüllt in großen Teilen die heutigen Bedingungen, lässt jedoch auch Raum für die künftigen Entwicklungen einer modernen, neuen Wohn- und Arbeitsstadt.“

  • Stefan Behnisch, Architekt & Leiter der Jury-Sitzung

Es wird ein innovativer „Smart District“ in der 70 Hektar großen Siemensstadt entstehen, geprägt von vielfältigen Funktionen und Nutzungen. Den Kern des Entwurfs bildet ein prägnantes Hochhaus mit einem großzügigen „Stadtplatz“ direkt davor, der einerseits einen großen öffentlichen Raum bietet. Andererseits sorgt er dafür, dass durch ein weitläufiges Zentrum lange Straßen und Achsen in der Siemensstadt vermieden werden. In diesem Zentrum befinden sich mehrere Freiflächen variabler Größe und Bereiche, die gemischt genutzte Quartiere mit Wohnnutzung bilden. 

Neben dem zentralen Hochhaus gibt es mehrere 60 Meter hohe Bauten, die die Eingänge zum Siemens-Areal kennzeichnen. Die ursprünglichen Schaltwerkhallen werden ebenfalls transformiert und zum Teil für öffentliche und kulturelle Nutzungen verwendet. Das ehemalige Schaltwerkhochhaus wird unterschiedliche Funktionen unter einem Dach vereinen: Büros, Wohnungen sowie ein Hotel.

„Die Zukunft von Spandau ist heute entscheidend geprägt worden. Ein geschlossenes Industrieareal wird sich zukünftig für die Bürgerinnen und Bürger öffnen. Leben und Arbeiten finden eine sinnvolle Verbindung und es wird eine attraktive soziale Infrastruktur geben.“

  • Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister von Spandau

Als Smart District, der im Betrieb CO2-neutral arbeitet, werden in der Siemensstadt 2.0 künftig die Grenzen zwischen traditionell nebeneinander stattfindenden Lebensbereichen überbrückt. Hier werden Forschung, Technologie, Innovation sowie Arbeiten, Produzieren und Wohnen miteinander vereint. Im Fokus stehen auf der einen Seite innovative Mobilitätskonzepte und Lösungen des Klimaschutzes. Außerdem werden auf dem Areal künftig vielfältige Möglichkeiten der Digitalisierung zu finden sein.

Der Siegerentwurf von O&O Baukunst mit capatti staubach Urbane Landschaften ist der städtebauliche Entwurf des Masterplans für das Projekt Siemensstadt 2.0. Er wird in den kommenden Tagen in der historischen Mosaikhalle des zentralen Verwaltungsgebäudes auf dem Gelände öffentlich ausgestellt.

In naher Zukunft werden konkretere Pläne für die Siemensstadt erarbeitet. 2022 sollen die ersten Bauarbeiten beginnen.

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