NORWEGEN: HENNING LARSEN ENTWIRFT NATURKUNDEMUSEUM

© Henning Larsen

Tromsø ist eine Stadt im Norden Norwegens, die vor allem für die Beobachtung des Nordlichts besucht und geschätzt wird. Die Inselstadt liegt 200 Kilometer nördlich des Polarkreises und ist eingebettet in einen üppigen Ford. Das sich darin spiegelnde Licht taucht die Stadt für die Hälfte jedes Jahres in satte Blautöne und erleuchtet die Wahrzeichen der Stadt, wie etwa die markante Eismeerkathedrale.

TRANSPARENZ ALS CHARAKTER

Diese außergewöhnliche Belichtung wollen sich auch die Architekten von Henning Larsen zunutze machen und gestalten das Museum daher weitestgehend lichtdurchlässig. Der in Zusammenarbeit mit COWI, Borealis und SLA konzipierte Entwurf liegt derzeit beim verantwortlichen Planungsamt. Henning Larsen Partner Peer Teglgaard Jeppesen kommentiert, „Our design takes strong reference from the natural setting and cultural history of northern Norway. While modern, the design builds on the language of local heritage to create a glowing landmark that will be a beacon for the island city.”

© Henning Larsen

PRÄSENTE UMWELT

Das neue Museum soll die kulturellen Artefakte und die naturhistorischen Archive der Universität Tromsø beherbergen und zwei bestehende Sammlungen, die zusammen über ihre früheren Wohnorte hinausgewachsen sind, miteinander verbinden. Die bestehende Struktur (momentan noch das Tromsø-Zentrum für Zeitgenössische Kunst) wird am oberen Ende des Geländes liegen, wobei die gemeinsame Blickachse auf das Wasser die Zusammengehörigkeit markiert. In den Museumseingängen an der Museumsgata und am Strandvegen befinden sich der Ticketshop, der Souvenirladen und ein Café am Wasser, das sich zum Hafen hin öffnet.

Die Organisation des Gebäudes gleich einem Kleeblatt. Die Ausstellungsräume umschließen behutsam einen breiten Fußgängerweg, der das Zentrum des Gebäudes durchschneidet. Die Einschnitte entlang dieses Weges fallen bis zum Boden des Gebäudes ab und bieten Einblicke in die Archive im Sockel des Museums. Von der Hauptpassage aus zweigen zwei schmalere Wege ab, die die oberen Ausstellungsebenen des Museums in vier Segmente unterteilen. Die Präsenz der Umwelt ist nicht nur ein Merkmal des Ortes, sondern auch ein Teil der Ausstellungen, die eine lebendige Sammlung der Botanik, Geologie, Archäologie und des Kulturerbes von Tromsø und der arktischen Region beherbergen. Am Schnittpunkt von Museum und Wasser entsteht eine große amphitheaterähnliche Treppe, die nach außen kaskadenförmig verläuft und als Ereignisraum sowie öffentlicher Treffpunkt für Besucher und Passanten fungiert.

© Henning Larsen

NEUGIERIGE BLICKE

Die Materialitäten des Museums im Inneren stehen in relativem Kontrast zum kühlen Äußeren: Warme Holzdecken umrahmen das Museum, kreieren ein warmes Interieur und dämpfen zudem den Klang. Die Ausstellungsräume sind in Teilen öffentlich und dienen in Teilen der Forschung. Trotzdem ist nichts vor den Blicken der neugierigen Besucher versteckt: Selbst die filigransten Artefakte werden in holzverkleideten Vitrinen ausgestellt, die die öffentlichen Bereiche von den Forschungseinrichtungen separieren.

FUNKTION UND NATUR

Die Verbindung zur Umwelt steht sowohl geographisch als auch in der Flora im Mittelpunkt des Entwurfs. Vielfältige Wegeverbindungen im Freiraum dienen zugleich als botanische Gänge und Pocket-Parks. Die grüne Landschaft rund um das Gelände bietet Raum für Experimente, Studien und Entdeckungen.

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