ARNHEIM: SANIERUNG DER INTEGRATIVEN NACHBARSCHAFT HET DORP

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Het Dorp ist eine Nachbarschaft wie keine andere. 1962 wurde die Kampagne „Open Het Dorp“ ins Leben gerufen, um Gelder für die erste Wohngemeinschaft in den Niederlanden für Menschen mit Behinderung zu sammeln. Innerhalb von 24 Stunden kam mehr als genug zusammen – das war der Startschuss für den Baubeginn.

Lebensqualität, Selbstständigkeit und Nachhaltigkeit im Fokus

Nun, fast 60 Jahre später, wird die integrative Nachbarschaft saniert. Koschuch Architects, Marc Koehler Architects und Buro Harro konnten sich bei einem Wettbewerb mit ihrem Entwurf für die Transformation des Wohnviertels durchsetzen. In Zukunft können die Bewohner sich über zwei Hektar mehr Grünflächen und zahlreiche neue Plätze für Spiel und Spaß sowie Gesundheitseinrichtungen freuen. Die Menschen mit körperlichen Einschränkungen können hier unabhängig und zugleich urban leben. Zuvor war das Areal eher isoliert vom Rest der Stadt. In Zukunft ist es als komplett offenes und vor allem grün gestaltetes Viertel konzipiert, eingebettet in das städtische Gefüge Arnheims. Die Sanierung entsteht in Kooperation mit den Projektentwicklern BPD und van Wonen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Aspekten Lebensqualität, Selbstständigkeit sowie soziale und räumliche Nachhaltigkeit.

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Während der Sanierung entstehen 84 Wohneinheiten mit modernster Ausstattung wie Gesundheits- und Beweglichkeitszentren oder Dachflächen für sportliche Aktivitäten. Bei der Gestaltung hat man sich auf umweltpsychologische Konzepte berufen, um die gesundheitsförderlichen Elemente zu nutzen, welche die Natur zu bieten hat: Grünflächen, frische Luft, Tageslicht, Ruhe und Sicherheit.

Naturerlebnis mitten in der Stadt

Die Kernqualität des Entwurfs ist insgesamt das Leben im Freien und das Erleben in der Natur. Dazu wurden besonders große Fenster und Balkone implementiert sowie viel Tageslicht und eine angenehme Belüftung geschaffen. Auch geräumige Dachterrassen finden sich in den Wohneinheiten. Diese verbinden die Menschen mit der Außenwelt und ihren Mitbewohnern. Das Ziel ist es auch, durch Konzepte des Lebens in der Gemeinschaft die Bewohner auf unterschiedlichen Ebenen miteinander zusammenzubringen. Sie können sowohl in Ruhe den Blick auf das Viertel genießen, als auch ins Treiben des Viertels mit seinen unterschiedlichen Aktivitäten eintauchen. Dazu dienen ihnen zahlreiche barrierefreie Wege sowie Plätze für sportliche Angebote. Spielgeräte für Jung und Alt gibt es in der gesamten Landschaft. Den Kern dieser unterschiedlichen Begegnungsorte bildet ein zentraler Dorfplatz, um den herum die Wohneinheiten angeordnet sind.

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Die Optik des Areals ist insgesamt offen und einladend gestaltet, sodass sich die Gebäude einfach in die Umgebung einfügen lassen. Dazu trägt auch die vermehrte Nutzung natürlicher Materialien bei. Darüber hinaus sorgen eine gut beleuchtete Umgebung und klare Orientierungspunkte für eine leichte Zugänglichkeit und ein verstärktes Gefühl der Sicherheit. Man hat außerdem nicht nur an die menschlichen Bewohner gedacht: Um die 100 neu entstehenden Häuser herum wurden Hofgärten geschaffen, die auch Wildtieren künftig als Lebensraum dienen können.

Nachhaltige Energiesysteme

Die Nachhaltigkeit des Viertels spielt bei dem Entwurf ebenfalls eine große Rolle; Materialien und Energie werden sehr bewusst eingesetzt. Die Gebäude sind so flexibel gestaltet, dass leicht Anpassungen möglich sind, wenn veränderte Bedürfnisse diese erfordern. Die eingesetzten Materialien sind größtenteils wiederverwend- und recycelbar – ein kreisförmiges Gebäudemodell soll die Elemente des Areals auf lange Sicht erhalten können. Außerdem werden dadurch hohe Kosten für die Instandhaltung und Renovierung umgangen. Nachhaltige und moderne Energiesysteme sorgen für ein angenehmes Umfeld, beispielsweise wird vor Ort das Regenwasser gesammelt, das anschließend in die Grünflächen versickern kann.

Die Realisierung von Het Dorp in Arnheim war ein großer Schritt in der Emanzipation von Menschen mit Behinderungen weltweit. Die Ausgangspunkte von damals sind immer noch aktuell. Heutzutage spielt die intelligente Integration von Technologie eine wichtige Rolle, die es Menschen mit Behinderungen ermöglicht, so unabhängig wie möglich zu leben. Mit der Sanierung nimmt Het Dorp abermals die Vorreiterrolle in Bezug auf die vielfältige Betreuung von Menschen mit Behinderungen ein.

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